Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Bei Nah- und Fernwärmenetzen handelt es sich in der Regel um erdverlegte Rohrleitungen, durch welche das Wärmeträgermedium von der Wärmequelle zum Wärmenutzer und wieder zurück strömt. Für den Bau der Wärmenetze verwendet man meist vorisolierte Rohre. Das Rohr besteht aus einem Mediumrohr, in dem der Wärmeträger fließt, einem Dämmmantel, welcher den Wärmeverlust an die Umgebung vermindert, und einem Mantelrohr, welches die Dämmung vor mechanischer Beschädigung schützt. In der Dämmung verlaufen häufig Datenleitungen und ein Lecküberwachungssystem.

Die Gestaltung des Wärmenetzes ist Sache eines Planungsbüros. Dieses legt anhand von Berechnungsprogrammen fest, wie die Rohrleitungen geführt werden, welchen Durchmesser sie haben, mit welchen Temperaturen und Durchflüssen gefahren werden muss und wie der Anschluss der Kundenanlage erfolgt.

 

Rohrsysteme: Kunststoffmantelrohr, Endlosrohr mit Stahl- oder Kunststoffmantel, Stahlmantelrohr starr, Vollkunststoffrohr in Einzel- oder Doppelrohrausführung. Der Einsatzbereich des jeweiligen Rohrsystems hängt von den Verlegebedingungen ab, insbesondere vom Druck und von der Temperatur des Wärmeträgers. Vollkunststoffrohre sind nicht für Temperaturen über 95°C geeignet. Doppelrohrsysteme tragen zur Verminderung der Verlegekosten und der spezifischen Wärmeverluste bei.

Verlegearten: ohne Vorwärmung, wärmevorgespannt, wärmevorgespannt mit Einmalkompensatoren, System-4. Hintergrund für die unterschiedlichen Verlegearten ist die Dehnung der Rohre beim Erwärmen.

 

Anbindung des Wärmekunden

Bezüglich der Anbindung der Wärmekunden unterscheidet man den direkten und den indirekten Anschluss.

Direkter Anschluss: Die Hausanlage wird vom Wärmeträger aus dem Fernwärmenetz durchströmt. Eventuell ist eine Druckreduzierung erforderlich.

Indirekter Anschluss: Zwischen dem Fernwärmenetz und der Hausanlage ist ein Wärmeübertrager installiert. Dieser trennt das Wärmenetz hydraulisch von der Hausanlage; die Hausanlage wird nicht vom Wärmeträger aus dem Wärmenetz durchströmt.

Meist erfolgt die Anbindung des Wärmekunden indirekt mittels einer Übergabestation. Seit einiger zeit werden solche Übergabestationen mit integriertem Wärmespeicher angeboten. Eine solche dezentrale Wärmespeicherung beim Verbraucher eignet sich vor allem für Verbraucher mit niedrigem Wärmebedarf und niedrigen Temperaturen im Vor- und Rücklauf. Dezentrale Speicher können die Investitionen für Wärmeerzeugung und -verteilung deutlich reduzieren, u.a. weil die Anlagen nicht auf die Lastspitze ausgelegt werden müssen. Auch können die Wärmeverluste niedriger sein.

 

Vertiefende Informationen:

Bundesamt für Energie (Hrsg.): Planungshandbuch Fernwärme; Bern 2017