Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Wärme aus Biomasse für Haus und Wohnung

Die Möglichkeiten, in der Wohnung oder im Ein- und Mehrfamilienhaus mit Holz zu heizen, sind vielfältig. Angeboten werden offene Kamine, geschlossene Kamine, Zimmeröfen, Kaminöfen, Speicheröfen, Pelletöfen, Küchenherde, teils auch erweitert für die Beheizung zusätzlicher benachbarter Räume, und nicht zuletzt Heizkessel für den Betrieb einer Warmwasser-Zentralheizungsanlage, die mit den Brennstoffen Scheitholz, Hackschnitzeln oder Pellets arbeitet.

 

Ofen und Herd - eine kleine Historie der Holzfeuerung

In Süddeutschland unterschied man seit dem Spätmittelalter zwei häusliche Feuerstellen: den Ofen in der Stube und den Herd in der Küche. Der Ofen wurde "rauchfrei" vom Flur oder von der Küche aus beschickt, während der Herd direkt befeuert wurde. Auf dem Herd erhitzte man Töpfe und Pfannen zunächst direkt im offenen Feuer. Der Rauch zog durch den Schornstein oder durch Ritzen im Dach ab. Manchmal hingen zu räucherndes Fleisch oder Würste im Rauchabzug. Der so genannte Sparherd, ein mobiler, serienmäßig gefertigter Küchenherd, bei dem die Töpfe mittels herausnehmbarer Ringplatten ins Feuer gestellt wurden und der weniger Holz als die offene Feuerstelle verbrauchte, kam im 19. Jahrhundert auf. Der Stubenofen bestand aus getöpferten Kacheln, seit dem 16. Jahrhundert auch aus Eisenplatten und hatte einen mehr oder weniger repräsentativen Charakter. Er diente zum Beheizen der Stube, seine Wärme wurde aber auch zum köcheln von Speisen, zum warmhalten von Wasser oder zum Trocknen der Wäsche verwendet.

Einzelfeuerstätten, also Öfen und Herde, funktionieren heute nach dem gleichen Prinzip wie damals. Allerdings sind die Feuerstätten deutlich effizienter und emissionsärmer geworden. Moderne Steuerungs- und Regeltechnik, neue Werkstoffe und eine ausgeklügelte Gestaltung von Feuerraum, Luft- und Brennstoffzuführung haben dazu geführt, dass sich die traditionelle Holzfeuerstätte innerhalb weniger Jahrzehnte zur modernen Heizanlage mausern konnte. Die Holzzentralheizung, ggf. kombiniert mit weiteren Erneuerbaren Energien, ist der aktuelle Stand der Technik.

 

Publikationen, Information:

 

Förderung:

Übersicht über Fördermöglichkeiten des BAFA

 co2online (Hrsg.): Fördergeld für Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Private Haushalte -Unternehmen - öffentliche Einrichtungen; Berlin 2017

 

Technik allgemein:

BDEW (Hrsg.): Digitalisierung aus Kundensicht; Berlin 2017

HDG (Hrsg.): Heizen mit Holz? Zeit für Fakten statt Mythen; Massing 2015

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.: Handbuch Bioenergie-Kleinanlagen; Gülzow 2013

C.A.R.M.E.N. e.V.: Holzpellets - die Alternative zu Heizöl; Straubing 2013

AEE e.V. (Hrsg.): Der volle Durchblick in Sachen Bioenergie; Berlin 2012

Technologie- und Förderzentrum (Hrsg.): Kleine Biomassefeuerungen; Straubing 2010

C.A.R.M.E.N. e.V.: Heizen mit Scheitholz und Holzhackschnitzeln; Straubing 2009

Kaltschmitt, M.; Hartmann, H.; Hofbauer, H. (Hrsg.): Energie aus Biomasse. Grundlagen, Technik und Verfahren; Berlin 2009

 

Schadstoffemissionen, Partikelabscheider:

DBFZ (Hrsg.): Die wiederkehrende Emissionsprüfung nach 1. BImSchV. Für Betreiber automatisch beschickter Holzfeuerungen bis 100 kW Nennleistung; Leipzig 2017

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.: Heizen mit Holz. So geht's richtig; Gülzow 2014

Technologie- und Förderzentrum (Hrsg.): Nutzer- und Brennstoffeinflüsse auf Feinstaubemissionen aus Kleinfeuerungsanlagen; Straubing 2014

Technologie- und Förderzentrum (Hrsg.): Partikelemissionen aus Kleinfeuerungen für Holz; Straubing 2010

Technologie- und Förderzentrum (Hrsg.): Bewertung kostengünstiger Staubabscheider; Straubing 2010

Umweltbundesamt (Hrsg.): Novellierung der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen. Neue Regelungen für Kaminöfen und Holzheizkessel; Dessau 2010

Umweltbundesamt (Hrsg.): Heizen mit Holz. Ein Ratgeber zum richtigen und sauberen Heizen; Dessau 2013 

Holzenergie Schweiz (Hrsg.): Richtig anfeuern - oberer Abbrand; Zürich 2007

Forest Research (Hrsg.): Woodfuel Burning Systems; Dumfries 2003

Quellen der Feinstaubemissionen (PM10) in Deutschland (DEPI-Grafik)

 

Gesetze, Normen, Verordnungen:

VDI-Richtlinie 6012 Blatt 2.1 Biomassefeuerungsanlagen in Gebäuden (für Holzfeuerungsanlagen bis max. 500 kW Nennwärmeleistung)

PWC (Hrsg.): Rechtliche Möglichkeiten bei der Heizungsmodernisierung; München 2016

 

Technikhistorie:

Seifert, Manfred: Technik-Kultur. Das Beispiel der Wohnraumheizung; Dresden 2012.

Mieth, Katja Margarethe (Hrsg.): Heiß geliebt. Das Ofenbuch; Bautzen 2009.

Blümel, Fritz: Deutsche Öfen. Der Kunstofen von 1480 bis 1910. Kachel- und Eisenöfen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz; München 1965.