Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Frisches Waldrestholz hat einen Wassergehalt von über 50% und wird deshalb üblicherweise erst an der Waldstraße in Poldern vorgelagert und erfährt somit eine natürliche Vortrocknung. Dennoch hat das Holz zum Zeitpunkt des Hackens noch immer einen Wassergehalt von etwa 35%, sodass eine mikrobielle Aktivität im Hackgut unvermeidbar ist. Dadurch kommt es zur Selbsterwärmung mit zum Teil erheblichen Energieverlusten. In der Literatur werden Verlustraten zwischen 2 und 4% pro Monat genannt.  Deswegen ist unbedingt darauf zu achten das Holz möglichst trocken einzulagern und dafür zu sorgen, dass es auch weiter abtrocknen kann. Dies wird am besten durch ausreichende Luftzirkulation erreicht, die durch einen geringen Fein- und Grünanteil und eine grobe Hackschnitzelstruktur gewährleistet werden kann.  Ein Hackschnitzelhaufen mit hohem Wassergehalt oder Grünanteil (Blätter oder Nadeln) neigt stark zur Schimmelbildung in der Kondensationszone.

Allgemein haben sich folgende Maßnahmen bei der Lagerung bewährt:

-       Möglichst kurze Lagerdauer (nicht über 3 Monate)

-       Niederschlagsschutz

-       Ausreichende Luftzufuhr

-       Optimale Schütthöhe (höchstens 4 m)

-       Aktive Trocknung oder Kühlung

 

Luftige Hallenlagerung

Luftaustausch Brennstoffbunker

Eine Hallenlagerung bietet im Gegensatz zur Lagerung im Freien einen zuverlässigen Regenschutz und ist einer Außenlagerung grundsätzlich vorzuziehen. Es sollte immer eine Luftzirkulation ermöglicht werden, damit der Dampf, der bei der natürlichen Selbsterwärmung entsteht abziehen kann und immer neue Frischluft zugeführt wird. Schlitze in den Wänden und dem Wind abgewandte geöffnete Längsseiten haben sich dafür bewährt. Eine ausreichende Hallenhöhe sollte gewährleistet sein, damit keine Feuchtigkeit an der Decke kondensiert.

 

Außenlagerung

Bei großem Hackgutanfall bietet sich ein Aufschütten der Hackschnitzel auf Haufen (Mieten) unter freiem Himmel auf festem Untergrund an. Das Material ist hierbei der Witterung ausgesetzt, wird bei Regen jedoch nicht komplett  durchnässt sondern nur an der Oberfläche. Der Großteil der Hackschnitzel kann trotzdem durch die natürliche Selbsterwärmung von innen heraus trocknen. Es gibt auch Möglichkeiten die Haufen abzudecken. Eine einfache Abdeckung mit einer wasser- und luftdichten Plane ist keine gute Lösung, da Luftabschluss eine Überhitzung begünstigt und das Trocknen verhindert. Allerdings gibt es andere Möglichkeiten zur fachgerechten Abdeckung von Hackschnitzelmieten.

Vliesabdeckung

Es gibt Vliese, die von außen wasserabweisend sind und trotzdem nach außen hin den Abzug der feuchten Abluft, die bei der Selbsterwärmung entsteht ermöglichen (dampfdurchlässige Membran). Auch bei starkem Regen wird das meiste Wasser abgeführt, eine geringe Durchnässung an der Oberfläche ist aber dennoch möglich. Da die Trocknung aber vor allem von innen heraus vonstattengeht, ist das für die Qualität der Gesamtmenge nicht ausschlaggebend.

Dombelüftungsverfahren

Das Dombelüftungsverfahren ermöglicht eine effektivere Trocknung von Hackschnitzeln, ist aber aufwändiger als eine einfache Vliesabdeckung. Dabei wird das Gut im Freien auf einem festen Untergrund aufgeschüttet und mit einer wasserdichten Plane abgedeckt. Dem Hackgut wird über Zuluftkanäle Frischluft zugeführt und die feuchte Abluft über einen Abluftdom ausgetragen. Das Verfahren macht sich die Selbsterwärmung des Holzes zu Nutze, die die Luftdurchströmung des Hackgutes in Gang hält.

 

Sicherheit

Bei einer Lagerung von Holzbrennstoffen in Räumen und Behältern können sich an den tiefsten Stellen des Lagers gesundheitsgefährliche Gase sammeln: z.B. CO2 insbesondere bei feuchten Hackschnitzeln und CO insbesondere bei trockenen Holzbrennstoffen (Pellets, Trockenhackschnitzeln). Auf eine ausreichende Be- und Entlüftung dieser Bereiche, insbesondere auch der Räumlichkeiten, in welchen der Antrieb der Schub- und Zugböden installiert ist, muss geachtet werden. Geschlossene Lager für Holzbrennstoffe, die kurz vor der Einlagerung mit Hitze und Druck zur Trocknung behandelt wurden, sollten nicht bzw. nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen betreten werden (VDI 3464). Beim Umschlagen der Holzbrennstoffe sollte auf ausreichenden Staubschutz geachtet werden (z.B. Schutzmaske gegen Holzstaub und Schimmelpilze).

 

Publikationen

LWF-Merkblatt "Hackschnitzel richtig lagern"

 


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