Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Den Wärmegestehungskosten stehen Einnahmen unter anderem aus Baukostenzuschüssen und dem Verkauf der Wärme gegenüber. Es sollte mindestens eine Kostendeckung erreicht werden. Der Wärmepreis wird häufig anhand von Wärmelieferverträgen vereinbart.

Die AVB Fernwärme sieht die Möglichkeit vor, dass das Versorgungsunternehmen Baukostenzuschüsse (BKZ) und Hausanschlusskostenbeiträge (HAK) als einmaliges Entgelt vom Kunden verlangen kann. Die BKZ und HAK dienen zur Verminderung der Baukosten.

Der Preis, den der Endkunde für die Nahwärme darüber hinaus kontinuierlich zu zahlen hat, setzt sich üblicherweise aus drei Komponenten zusammen:

 

  • dem Leistungspreis in € pro kW Anschlussleistung und Jahr zur Abdeckung der Fixkosten,
  • dem Arbeitspreis in € pro MWh verbrauchte Wärmemenge und Jahr, der die verbrauchsgebunden Kosten, also die direkt von der bereitgestellten Wärmemenge abhängigen Kosten widerspiegelt,
  • sowie einem jährlich einmalig zu zahlenden Messpreis in € pro Jahr.

 

In den Wärmelieferverträgen wird häufig eine Abschlagszahlung vereinbart. Bezieht man die Summe aus den sich daraus jährlich ergebenden Zahlungen (Leistungen, ggf. unter Berücksichtigung von Kundenzuschüssen) auf die dem Kunden jährlich bereitgestellte Wärmemenge, dann erhält man den Wärmepreis in € pro MWh. Damit das Heizwerk wirtschaftlich betrieben werden kann, muss der Wärmepreis mindestens so hoch sein wie die Wärmegestehungskosten. Auf diese Weise ist die Grundlage dafür geschaffen, dass sämtliche Kosten bedient werden können: die verbrauchsgebundenen, betriebsgebundenen und sonstigen Kosten, also beispielsweise der Kauf von Brennstoffen, aber auch die kapitalgebundenen Kosten, also die Wiedergewinnung des eingesetzten Kapitals, die Bedienung von Krediten, die Durchführung von Reparaturen. Preisgleitklauseln im Wärmeliefervertrag dienen dem Abfangen von Änderungen in der Kostenstruktur und der Berücksichtigung des Wärmemarktes.

Wärmeverbraucher sind in aller Regel nicht bereit für Wärme aus Biomasse einen erhöhten Preis („Umweltbonus“) zu zahlen. Stattdessen legt die Mehrzahl der Wärmekunden viel Wert auf eine finanzielle Konkurrenzfähigkeit zu einer dezentralen Wärmebereitstellung mittels fossiler Brennstoffe. Häufig wird der Nahwärmepreis dabei direkt mit dem Heizölpreis verglichen. Dieser Vergleich hinkt jedoch, denn auch bei einer fossilen Heizung müssen die Vollkosten berücksichtigt werden, sprich Kosten für den Kaminkehrer, für die Wartung und Reparaturen, den Pumpstrombedarf sowie die Rücklagen für eine spätere Ersatzbeschaffung müssen eingepreist werden. Zudem verkauft der Nahwärmeversorger direkt nutzbare Wärme, während häusliche Öl- und Gasheizungen übers Jahr gesehen nur mit einem Wirkungsgrad von  rund 80% arbeiten. Bei der Akquisition von Wärmekunden kann die Berücksichtigung von Preissteigerungen hilfreich sein.

 

 

Weitere Infos:


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok