Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


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Sind Informationen eingeholt und ist eine erste Projektskizze positiv beurteilt, so gilt es die Realisierungschancen der Maßnahme konkret zu prüfen.

Dabei sollten die Projektinitiatoren im Rahmen einer Machbarkeitsstudie unter Hinzuziehung eines Ingenieurbüros die folgenden Punkte klären: 

  • Leistungs- und Energiebedarf der zu versorgenden Gebäude und möglicher weiterer Anschließer (Klärung der Anschlussbereitschaft)
  • Standort der Energieerzeugungsanlage
  • Vorauswahl der Leistung und des Feuerungssystems der Wärmeerzeuger
  • Abschätzung des baulichen Aufwandes
  • Vorkonzeption des Nahwärmenetzes und Abgrenzung des Wärmeversorgungsgebietes
  • Fördermöglichkeiten aufzeigen
  • Prüfung der Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur konventionellen Versorgung
  • Regionale Verfügbarkeit der Holzbrennstoffe und Klärung der Logistik (Brennstofflieferbereitsschaftserklärungen)
  • Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen
  • Nennung der Projektbeteiligten und –verantwortlichen
  • Einschätzung der Akzeptanz in der Bevölkerung (gezielte Öffentlichkeitsarbeit)

 

Machbarkeitsstudien können unter Umständen gefördert werden. Nähere Informationen gibt es hier.

 

Zeitablauf Umsetzung BiomasseheizwerkBeispielhafter Zeitablauf bei der Umsetzung eines Biomasseheizwerks

 

Spätestens bei der Erstellung der Machbarkeitsstudie sollte ein erfahrener Planer in das Projekt verantwortlich eingebunden werden. Die Komplexität von Holzheizwerken und Wärmenetzen setzt zwingend voraus, dass sich fachkompetente Personen mit der Planung und Realisierung befassen. Hier gilt grundsätzlich und in jedem Leistungsbereich: Qualität zahlt sich aus.

Fällt schließlich die Entscheidung pro Biomasseheizwerk, so setzt sich die Realisierungsphase mit der ersten Entwurfsplanung fort. Sie bildet auch die Grundlage für einen Genehmigungsantrag und neben der Machbarkeitsstudie häufig auch die Grundlage für Förderanträge. Anlagen für naturbelassenes Holz mit einer Feuerungswärmeleistung (FWL) unter 1 MW sind immissionsschutzrechtlich nicht genehmigungsbedürftig. Im Wesentlichen gilt es hier nur die baurechtlichen Belange zu prüfen. Für Anlagen mit einer FWL zwischen 1 und 50 MW ist dagegen ein einfaches Genehmigungsverfahren nach der 4. Bundes-Immissionsschutzverordnung (4. BImSchV) zu durchlaufen.

Aufbauend auf die Ausführungsplanung erfolgt die Ausschreibung mit anschließender Vergabe.

Parallel zum planerischen Projektfortschritt gilt es Betreibergesellschaften zu gründen, die Finanzierung auf die Beine zu stellen, sowie Brennstoff- und Wärmelieferverträge auszuhandeln.

Gerade die erste Phase der Projektfindung und Beurteilung kann im Einzelfall viel Zeit in Anspruch nehmen, ein bis zwei Jahre sind für umfassendere Projekte keine Seltenheit. Von der Entwurfsplanung bis zur Inbetriebnahme vergeht nicht selten ein weiteres Jahr. Die Beantragung von Genehmigungen und Fördermitteln sollte entsprechend rechtzeitig angegangen werden. Eine Übersicht über Fördermöglichkeiten bietet C.A.R.M.E.N. e.V.

 

Publikationen

Ausführliche Informationen zur Umsetzung von Bioenergieprojekten nennen die Leitfäden "Bioenergiedörfer", "Wege ins Bioenergiedorf" sowie "Bioenergie Planung, Betrieb und Wirtschaftlichkeit von Bioenergieanlagen" der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

Im Leitfaden Energienutzungsplan , der vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit herausgegeben wird, ist dargestellt, welche Schritte zum kommunalen Energienutzungsplanes führen und welche Punkte dabei besonders zu beachten sind.

Informationen zur Förderung von Energiesparkonzepten und Energienutzungsplänen nennt das Merkblatt zur Förderung von Energieeinsparkonzepten und Energienutzungsplänen des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

Informationen zur Förderung von Biomasseheizwerken und Wärmenetzen bietet C.A.R.M.E.N. e.V.


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