Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Um ein Heizwerk bezüglich der Versorgung mit Brennstoffen auf sichere Beine zu stellen, sollten Brennstofflieferant und Heizwerksbetreiber Lieferverträge mit möglichst langer Vertragsdauer, mindestens fünf Jahre und einer Option zur Verlängerung, abschließen.

Festgelegt werden die Liefermenge, Anlieferungszeiten, die Brennstoffqualität in Abstimmung mit dem gewählten Feuerungssystem, die Vergütung sowie sonstige Rechte und Pflichten der Vertragspartner. Preisgleitklauseln tragen der allgemeinen Marktentwicklung Rechnung und begünstigen den Abschluss langfristiger Verträge. 

 Nachfolgend werden beispielhaft zwei Varianten, die die Versorgung mit Brennstoff, die Rücknahme der Asche und eventuell den Betrieb und die Wartung des Biomassekessels regeln, dargestellt.

In Variante 1 werden die Brennstoffe vom Lieferanten geliefert und vom Betreiber bezahlt. Der Betreiber ist für die Instandhaltung der Fördereinrichtungen vom Brennstoffbunker zur Kesselanlage sowie die baulichen Anlagen des Brennstoffbunkers verantwortlich. Der Lieferant beseitigt Verunreinigungen auf dem Gelände des Heizwerks und verpflichtet sich, die anfallende Asche fachgerecht unter Einhaltung der behördlichen Auflagen zu verwerten oder zu entsorgen.

Variante 1 BiomasseheizwerkVariante 1 Brennstoffliefervertrag

 

In Variante 2 ist der Betreiber für die Instandhaltung der baulichen Anlagen zuständig. Der Lieferant übernimmt neben der Brennstofflieferung und der Ascherücknahme den Betrieb, die Reinigung und die Wartung des Kessels. Die Abrechnung mit dem Betreiber erfolgt über die vom Kessel bereitgestellte Wärmemenge. Die Verantwortung für eine gute Brennstoffqualität und damit für einen möglichst hohen Heizwert sowie für einen störungsfreien Betrieb der Anlage liegt beim Lieferanten.

Variante 2 BrennstoffliefervertragVariante 2 Brennstoffliefervertrag

 

Es sei darauf hingewiesen, dass die fachgerechte Entsorgung der Asche, wie in den Abbildungen dargestellt, nicht zwingend im Kompetenzfeld des Brennstofflieferanten liegt. Häufiger beauftragt der Betreiber eine Fachfirma mit der Entsorgung der Reststoffe.

Abrechnung BrennstofflieferungenEine Auswertung von Betriebsdaten geförderter Biomasseheizwerke hat ergeben, dass rund ein Drittel der bayerischen Heizwerksbetreiber die Lieferung der Holzbrennstoffe nicht nach Volumen in Schüttraummeter oder Gewicht in Tonnen bezahlt, sondern entsprechend der vom Biomassekessel bereitgestellten Wärmemenge. Diese Art der Abrechnung ist im Vergleich zu anderen Methoden relativ einfach, genau und erfordert vor Ort keine Waage. Sie kann allerdings nur dann verwirklicht werden, wenn nur ein Hackgutlieferant vertraglich gebunden ist oder ein Dienstleister, z.B. ein Maschinenring, die interne Abrechnung mit den einzelnen Lieferanten vornimmt, und setzt sich daher insbesondere bei den kleineren Heizwerken zunehmend durch.

 

Bitte beachten Sie: C.A.R.M.E.N. e.V. bietet keine Rechtsberatung und erstellt keine Musterverträge!

 

 


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