Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


In Biomasseheizwerken größerer Leistung findet man vereinzelt auch Abgaskondensationsanlagen. Diese befinden sich im Abgasweg zwischen der Biomassefeuerungsanlage und dem Schornstein und dienen dazu, die latente Wärme aus dem Wasserdampf des Rauchgases zurückzugewinnen. Dazu wird das Abgas nach dem Prinzip der Brennwerttechnik in einem Wärmetauscher bis unter den Taupunkt abgekühlt und kondensiert, die gewonnene Niedertemperaturwärme steht weiteren Anwendungen zur Verfügung. Mit der Kondensation des Abgases erfolgt gleichzeitig eine Rauchgasreinigung.

Der Abgaskondensation kann eine so genannte Entschwadung nachgeschaltet sein. Diese sorgt dafür, dass auch bei Temperaturen unter Null Grad keine Wasserdampffahne am Schornstein zu sehen ist. Vor allem in sensiblen Bereichen, z.B. in Gebieten mit hohem Fremdenverkehrsanteil und in Wohngebieten, kann eine Entschwadung zur besseren Akzeptanz der Biomasseheizanlage beitragen. Die Entschwadung erhöht jedoch die Betriebskosten deutlich, da trockene, vorgewärmte Heizhausluft über Ventilatoren mit hohem Druck dem Reingasstrom zugeführt wird und damit der Stromverbrauch der Gesamtanlage deutlich ansteigt.

Voraussetzung für einen technisch einwandfreien Betrieb einer Abgaskondensationsanlage sind niedrige Rücklauftemperaturen des Heiznetzes (max. 40°C), ein möglichst großer Brennstoffwassergehalt und ein niedriger Luftüberschuss in der Feuerungsanlage. Niedrige Rücklauftemperaturen werden z.B. im Niedertemperaturnetz mit Rücklauftemperaturbegrenzer bei den Wärmekunden erzielt. Eine hohe Brennstofffeuchte weist waldfrisches Holz auf. Auch sollte das Rohgas nach der Feuerung auf jeden Fall durch einen Zyklon vorentstaubt werden.

Die relativ hohen Investitionen und die hohen Betriebskosten sind wesentliche Nachteile dieser Anlagen. Es sind zwar Wärmerückgewinnungsraten von 20% und mehr möglich (bezogen auf den Kesselwirkungsgrad). Dafür bedarf es jedoch einer sehr sorgfältigen Anlagenauslegung und sehr guten Betriebsbedingungen.