Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Am Beginn eines jeden Projektes steht die Erfassung der zu versorgenden Objekte. Heizlast, Jahres-Energiebedarf und Temperaturbedarf des einzelnen Objektes sollten möglichst genau und unter Vermeidung von Pauschalansätzen ermittelt werden. Zudem ist der mögliche Anschlusszeitpunkt festzulegen. Maßnahmen zur Energieeinsparung an den zu versorgenden Objekten, die eventuell noch realisiert werden sollen und sich auf den Wärmebedarf auswirken können, sind zu berücksichtigen. Empfehlungen zum Vorgehen bei der Situationserfassung geben z.B. der Q-Leitfaden und das Planungshandbuch von QM Holzheizwerke.

ungeordnete Jahresdauerlinieungeordnete Jahresdauerlinie - Ergebnis einer exakten Situationserfassung

 

Im weiteren Verlauf der Situationserfassung sollte eine Jahresdauerlinie erstellt werden. Heizlast und Jahres-Energiebedarf sind nicht nur eine wesentliche Basis für die Auslegung der Anlagenkomponenten, sie haben zudem Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Eine fundierte Ermittlung dieser Werte ist daher unerlässlich. Wird oberflächlich gearbeitet, drohen Fehldimensionierungen, die Folgen können eine zu niedrige Auslastung der Anlage und eine mangelnde Wirtschaftlichkeit sowie technische Probleme sein, die sich im Nachhinein nicht mehr beheben lassen.

Sollen bestehende Gebäude versorgt werden, kann der Jahres-Energiebedarf aus dem Brennstoffverbrauch mehrerer zurückliegender Jahre ermittelt werden, wobei ein Nutzungsgrad der bestehenden Wärmeerzeuger berücksichtigt werden muss. Mit Hilfe eines geeigneten Ansatzes für die Vollbetriebsstunden  kann vom Jahres-Energiebedarf auf die Heizlast der einzelnen Objekte geschlossen werden. Für Neubauten und Erweiterungen sollten Heizlast und Jahres-Energiebedarf nach den einschlägigen Normen und Regelwerken ermittelt werden.

 

Gebäudeart

Vollbetriebsstunden

Einfamilienhaus

1.700 bis 2.100

Mehrfamilienhaus

1.800 bis 2.100

Bürohaus

1.500 bis 1.900

Krankenhaus

1.900 bis 2.500

Schule, einschichtiger Unterricht

1.200 bis 1.400

Schule, mehrschichtiger Unterricht

1.300 bis 1.500

Mehrzweckhalle

1.300 bis 1.500

Quelle: Vollbetriebsstunden für Gebäude. Erfahrungswerte nach Recknagel/Sprenger/Hörmann, Taschenbuch für Heizung und Klimatechnik 1990/91, gültig für Düsseldorf.

 

Der Endenergiebedarf für Wärme ergibt sich aus der Summe aller Wärmeverluste des Gebäudes abzüglich der nutzbaren Anteile an Fremdwärme. Wärmeverluste sind z.B. der Transmissionswärmeverlust und der Lüftungswärmeverlust. An Wärmegewinnen gibt es z.B. nutzbare passive solare Wärmegewinne und nutzbare innere Wärmegewinne. Die so genannte Nutzwärme oder Heizwärme ist nicht unbedingt identisch mit dem Endenergiebedarf eines Gebäudes.

 

Nähere Informationen zum Vorgehen bei der Situationserfassung sowie Tools zur Erfassung und zur Plausibilitätskontrolle bieten QM Holzheizwerke und QM Fernwärme.


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