Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Kapitalgebundene Kosten

Teile der kapitalgebundenen Kosten sind die Kapitalkosten und die Instandsetzungskosten. Für die Berechnung dieser beiden Kostenpositionen werden die Nutzungsdauern der einzelnen Anlagengewerke und der sich aus Fremdkapitalzinssatz und Zinserwartungen für eingesetztes Eigenkapital ergebende Kapitalzinssatz sowie die Instandsetzungskostensätze für die verschiedenen Anlagenteile benötigt. Die kapitalgebunden Kosten entstehen unabhängig davon, ob die Anlage in Betrieb ist oder stillsteht.

Verbrauchsgebundene Kosten

Im Gegensatz dazu stehen die verbrauchsgebundenen Kosten, die tatsächlich nur anfallen, wenn die Anlage aus Hackschnitzeln Strom und Wärme produziert. Sie umfassen auch den für den Anlagenbetrieb notwendigen Eigenstrombedarf, Kosten für sonstige Betriebsstoffe (z.B. Zündöl für den Betrieb eines Zündstrahl-BHKW) und für den Umgang mit Reststoffen, werden aber in der Regel dominiert von den Hackschnitzelkosten.
Da davon ausgegangenen werden kann, dass die Holzvergasungsanlage über einen mehrere Jahre umfassenden Zeitraum betrieben werden soll, in dem sich die spezifischen Kostenansätze für verschiedene Positionen im Bereich der verbrauchs- und betriebsgebundenen Kosten verändern (i. d. R. nach oben), sollte eine Abschätzung der Preissteigerungsraten getroffen werden, insbesondere der Preissteigerung bei Hackschnitzeln als größter Kostenposition. Die Entwicklung zeigte zwar in den vergangenen Jahren im Gegensatz zum Ölpreis keine großen Ausschläge, aber wie aus dem C.A.R.M.E.N.-Preisindex ersichtlich doch eine deutliche Aufwärtsentwicklung.
Je nach Vergasungskonzept und Größe der Anlage fallen beim Betrieb einer Holzvergasungsanlage Reststoffe in unterschiedlichem Umfang und in unterschiedlicher Art an. Diese müssen, falls sie nicht in den Anlagenkreislauf zurückgeführt werden können, ggf. einer weiteren Behandlung und schließlich einer Verwertung oder einer Entsorgung zugeführt werden.

Betriebsgebundene Ausgaben

Mit dem aktuellen Betriebszustand nicht direkt verbunden, aber doch in engem Zusammenhang stehen die betriebsgebundenen Ausgaben, die auch anfallen, wenn die Anlage zeitweise stillsteht. Dazu gehören zum Beispiel Personal-, Wartungs- und Zählerkosten.
Die Personalkosten sind abhängig von der Größe und dem Automatisierungsgrad der Anlage und dem spezifischen Kostenansatz für die eingesetzte Arbeitskraft (€/h). Die Wartungskosten können leicht unterschätzt werden, da der Umgang mit einer Holzvergasungsanlage selbst bei optimalem Betrieb aufwändiger ist als mit einem BHKW, das mit fossilen Brennstoffen betrieben wird, weil es sich um eine wesentlich komplexere Anlage handelt. Zählerkosten können sowohl in Form von Gebühren für den Stromzähler als auch in Form der Zähler-Verwaltung für Wärmemengenzähler eines von  der Vergasungsanlage versorgten Nahwärmenetzes anfallen.

Sonstige Kosten

Nicht mit dem eigentlichen Betrieb der Anlage verbundene Kosten können als sonstige Kosten bezeichnet. In diese Kostengruppe eingeordnet werden können alle Kosten, die nicht anderweitig zugeordnet werden können sowie mögliche Rückbaukosten, Pachtkosten, Verwaltungskosten, Buchführungskosten und Versicherungskosten. Um EEG-Vergütung für ins Stromnetz eingespeisten Strom erhalten, muss nach den Vorgaben des EEG ein Umweltgutachten erstellt und vorgelegt werden, welches jährlich zu erneuern und erfahrungsgemäß mit Kosten im hohen dreistelligen Bereich verbunden ist.


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