Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Die Investitionen für bauliche Anlagen sollten so gering wie möglich gehalten werden. Im Wesentlichen benötigen eine Holzvergasungsanlage und die dazugehörige Lagerung für den Betrieb nur einen adäquaten Schutz vor Witterung und unberechtigtem Zugriff. Genauestens berücksichtigt werden sollten dabei selbstverständlich alle Erfordernisse an die Anlagensicherheit im Allgemeinen und den Brandschutz im Speziellen.

Die wichtigsten Gewerke, insbesondere die Vergasungsanlage, die Gasaufbereitung und das BHKW, sollten am Besten aus einer Hand stammen. Es kann aber dennoch nützlich sein, die Kosten für diese Bereiche aufgeschlüsselt zu erhalten, da zwar für Vergasungsanlage und Gasaufbereitung kaum Vergleichsmöglichkeiten existieren, für die BHKW-Kosten aber eine Plausibilitätsprüfung anhand einschlägiger Übersichten relativ einfach möglich ist.

Die Kosten für Wärmeverwertungstechnik sollten außer dem Nahwärmenetzbau, möglichen Hausanschlüssen und Hausübergabestationen auch die hydraulische Einbindung in ein ggf. schon vorhandenes Wärmeleitungssystem enthalten. Von den potenziellen Wärmekunden geleistete Anschlusskostenbeiträge können direkt verrechnet werden und führen zur Reduktion dieses Investitionskostenpunktes.

Die erste Position im Bereich der in aller Regel nur einmalig entstehenden Kosten sind möglicherweise anfallende Grundstückskosten. Sowohl der Kauf als auch die Erschließung sollten hierbei berücksichtigt werden.

Gemäß § 5 Abs. 1 EEG hat der Betreiber einer Holzvergasungsanlage Anspruch auf Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Hierbei ist zu beachten, dass nur die Netzausbaukosten vom Netzbetreiber, die Netzanschlusskosten jedoch vom Anlagenbetreiber zu tragen sind. Abgegrenzt werden die beiden Kostenposten durch den sogenannten Netzverknüpfungspunkt, der die Stelle festlegt, an der der vom Anlagenbetreiber produzierte Strom in das öffentliche Netz übergeht. Zu klären ist weiterhin, ob eine Einspeisung in das Niederspannungsnetz möglich ist oder mittels eines Trafos in das Mittelspannungsnetz eingespeist werden muss. Bei Anlagen, deren elektrische Leistung maximal 30 kW beträgt, gilt die unwiderlegliche Vermutung, dass ein eventuell bestehender Verknüpfungspunkt auf dem Anlagengrundstück der günstigste ist. Dieser insbesondere für Gebäude-Fotovoltaik- Anlagen wichtige Sachverhalt gilt natürlich entsprechend auch für kleine Holzvergasungsanlagen. Alle diese den Netzanschluss betreffenden Fragestellungen werden üblicherweise im Rahmen einer Netzvoranfrage bzw. Netzverträglichkeitsprüfung geklärt.

Schließlich ist bei der Kalkulation der Investitionskosten darauf zu achten, dass Planungs- und Genehmigungskosten, auch wenn sie bereits angefallen sind, noch in die Berechnung einbezogen werden und auch Inbetriebnahmekosten nicht vernachlässigt werden.


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