Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Für die Produktion von Strom und Wärme aus Holzgas können prinzipiell Blockheizkraftwerke (BHKW) mit Schwachgasmotoren eingesetzt werden, wie sie zum Beispiel auch bei der Verwertung von Biogas Anwendung finden. Allerdings besitzt Holzgas nicht nur einen geringeren Heizwert als Biogas (ca. 1,2 kWh/m³ zu ca. 5 kWh/m³), sondern ist auch ganz anders zusammengesetzt. Daher muss beim Einsatz von Holzgas mit geändertem Betriebsverhalten gerechnet werden.


Sowohl reine Gasmotoren (Gas-Otto-Motoren mit Zündkerzen) als auch Motoren, die mit Zündöl zur Zünd- und Stützfeuerung (Zündstrahl-Motoren) betrieben werden, kommen in Frage. Zündstrahlmotoren können höhere elektrische Wirkungsgrade erreichen als Gas-Otto-Motoren, bedingen aber tendenziell auch höhere Brennstoffkosten und haben kürzere Lebensdauern.          
Soll das Holzgas mit einem Zündstrahl-BHKW in Strom und Wärme umgewandelt werden, so ist zu beachten, dass gemäß § 27 Abs. 1 EEG zur Zünd- und Stützfeuerung nur Biomasse (also z. B. Pflanzenöl) oder Pflanzenölmethylester eingesetzt werden darf, da andernfalls kein Anspruch auf Vergütung für den erzeugten Strom besteht.            
Für beide Motorkonzepte muss das Holzgas gekühlt, staub- und teerarm vorliegen. Über das zum dauerhaften, störungs- und wartungsarmen Betrieb des Motors notwendige Niveau des Staub- und Teergehaltes gibt es keine verwertbaren Aussagen der Motorhersteller.

Außer dem Motor und dem darauf abgestimmten Generator verfügt ein BHKW noch über die zugehörigen Schalt- und Steuereinrichtungen sowie Wärmetauscher, um die Wärme aus dem Abgas, dem Motorkühlwasser und dem Schmierölkreislauf abzuführen. Im Idealfall kann diese Wärme, ggf. unter Einbeziehung eines Pufferspeichers, komplett als Heiz- oder Prozesswärme genutzt werden. Andernfalls muss der Betrieb der Holzvergasungsanlage in den Zeiten geringeren Wärmebedarfs eingeschränkt werden oder das BHKW muss über eine Notkühleinrichtung verfügen.

Da in An- und Abfahrphasen des Holzvergasers die Gasqualitäten sehr eingeschränkt oder zumindest schwankend sind, wird für die unschädliche Beseitigung des in diesen Zeiten produzierten Gases häufig eine Gasfackel installiert, die auch beim Ausfall des BHKW zum Einsatz kommen kann.


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