Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Holzgas besteht bei der Verwendung von Luft als Vergasungsmittel zu einem großen Teil aus Stickstoff und Kohlendioxid, während der Heizwert durch den Gehalt an den brennbaren Gasen Kohlenmonoxid (CO), Wasserstoff (H2) und in geringen Mengen Methan (CH4) bestimmt wird. Es ist im Normalzustand schon ein sogenanntes „Schwachgas“, also ein Gas mit einem Heizwert, der mit etwa 1,2 Kilowattstunden pro Kubikmeter weit unter dem von Erdgas (ca. 10 kWh/m³) liegt.

In der Regel muss damit gerechnet werden, dass im Produktgas nennenswerte Mengen Teer enthalten sind. Bei der Auswahl der Techniken zur Kühlung und Reinigung muss dies berücksichtigt werden, da bei der Abkühlung des Gases auf die für einen Motor notwendige Temperatur der Taupunkt der Teere unterschritten wird und diese damit wieder aus der Gasphase auskondensieren. Auskondensierende Teere bilden eine zähflüssige, klebrige Masse, die, je nachdem, wo sie sich ansammelt, Störungen oder gar Zerstörungen der Komponenten verursachen kann. Damit ist der Einsatz von herkömmlichen Abgaswärmetauschern zur Holzgaskühlung in vielen Fällen nicht ohne Weiteres möglich.

Trockene Gasreinigungsverfahren

Beim Einsatz von Gewebefiltern zur Entfernung von Staub aus einem Gasstrom dringen die Partikel nur anfangs in das Gewebe ein. Nach kurzer Zeit bildet sich an der Oberfläche des Gewebes eine Schicht aus abgeschiedenen Partikeln, der sogenannte Filterkuchen. Dieser übernimmt nun die Filterwirkung und hat sogar in der Regel eine deutlich bessere Abscheideleistung als das eigentliche Filtergewebe. Um diesen Zustand bereits vor Einsatzbeginn zu erreichen, wird beim Precoating der Gewebefilter vorab mit einer Beschichtung, in der Regel einem Mineralpulver, versehen. Da der Filterkuchen nach einer gewissen Zeit zu dick wird und daher, zum Beispiel durch einen Gasdruckstoß mit Stickstoff, entfernt wird, muss danach die Beschichtung, zum Beispiel durch Aufblasung des Mineralpulvers vor der erneuten Durchleitung von Gas, wieder aufgebaut werden. Ein besonderer Vorteil des Precoating liegt bei Holzgas darin, dass Teeranteile, die bei der Einsatztemperatur von Gewebefiltern bereits in kondensierter Form vorliegen können (gebunden an Partikel oder als feinste Tröpfchen) nicht zu einer schnellen Verklebung des Filtergewebes führen, sondern im Precoatingmantel abgeschieden und mit diesem ausgetragen werden können.

Gaswäsche

Bei der Gaswäsche wird das gekühlte Holzgas direkt durch ein flüssiges Waschmedium oder durch einen Sprühnebel geleitet. Das Waschmedium kann ein organisches Lösungsmittel wie z.B. Biodiesel(RME) oder Wasser sein. Organische Lösungsmittel bieten Vorteile durch die höhere Verdampfungstemperatur und die bessere Reinigungswirkung im Bezug auf Teere. Allerdings sind der höhere Preis eines organischen Lösungsmittels und die durch dessen Einsatz zusätzlich geschaffene mögliche Brandquelle zu beachten. Zudem stellt sich genau wie bei Wasser als Waschmedium die Frage der Regeneration oder Entsorgung. Die Produktion großer Mengen an mit Stäuben und giftigen Teeren verunreinigten Waschflüssigkeiten ist wegen der Behandlungskosten vor allem unter wirtschaftlichen Aspekten problematisch, wenn der Umgang mit ihnen den kontinuierlichen Betrieb der Anlage nicht stört.


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