Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Erfolgreiche Veranstaltung mit über 100 Teilnehmern

Straubing, 25. März 2014 * Das Statusseminar Holzvergasung am 18.03.2014 in der Statusseminar Holzvergasung IHK Passau war ausgebucht. Über 100 Teilnehmer kamen - vor allem aus Bayern und Deutschland, einige auch aus dem europäischen Ausland. Das Interesse an der aufstrebenden, effizienten Technologie war groß, der Informationsbedarf war enorm. Die geplante Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetzes sieht scharfe Einschnitte auch im Bereich Holzvergasung vor und lieferte den Anlass für eine rege Diskussion.

Eingangs gab Wolfram Schöberl von C.A.R.M.E.N. e.V. einen Überblick über die Technologie der Holzvergasung, die Wirtschaftlichkeitsberechnung für entsprechende Projekte und die rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich zum angekündigten Programm stellte Roland Dindaß vom Technologie- und Förderzentrum in Straubing das bayerische Förderprogramm BioSol vor, in dem unter anderem Holzvergasungsanlagen bis 250 kW elektrisch eine Investitionsförderung erhalten können.

Anschließend waren Repräsentanten von fünf Unternehmen gekommen, um ihre Technologien dem interessierten Publikum vorzustellen.

Den Beginn dabei machte Martin Hoffmann von der Fa. Ligento green power. Deren Anlagen sind in modularer Containerbauweise konzipiert, in denen auch die Hackschnitzelaufbereitung bereits integriert ist. Die Anlagensicherheit wird bei Ligento großgeschrieben, dementsprechend ist auch die gesamte Anlage TÜV-geprüft. Die Firma steht allerdings noch am Anfang der Markteinführung. Demensprechend gibt es erst eine Demonstrationsanlage, die aber schon seit einigen Monaten in Betrieb ist, wie der Referent erklärte. Die Anlage liefert 120-140 kW elektrische und 250 kW thermische Leistung.

Die Stadtwerke Rosenheim wagen mit ihrer Holzvergasungsanlage eine Premiere. Rolf Waller gab ehrliche und aufschlussreiche Einblicke in die beeindruckenden Fortschritte eines Stadtwerks, das sich erstmals mit Forschungs- und Entwicklungsarbeit auseinandersetzt. Das Ziel ist es, eine besonders störungsarme Anlage mit besonders niedrigen Emissionswerten bieten zu können. Eine Demonstrationsanlage gibt es noch nicht, die Akquise potentieller Kunden ist allerdings schon fortgeschritten. Ende Mai wollen die Stadtwerke ihre Anlagen der Öffentlichkeit präsentieren. Eingesetzt wird ein Pyrolyse-Gleichstrom-Wirbelbett-Reaktor. Produziert werden soll die Anlage in zwei Größen, zum einen mit 50 kW und zum anderen mit 200 kW elektrischer Leistung.

Die Anlagen der Fa. Spanner Re² sind bezogen auf die Stückzahl mit etwa 300 verkauften Exemplaren die am häufigsten am Markt vertretenen Holzvergaser in Deutschland. Hier gibt es zwei Anlagengrößen: 30 kW elektrisch und 80 kW thermisch sowie 45 kW elektrisch und 115 kW thermisch. Peter Mitterer wusste einiges aus der Praxis zahlreicher Bestandsprojekte zu berichten und zeigte auf, welche Punkte man bei der Brennstoffwahl, der Technik der Hackschnitzeltrocknung und bei notwendigen Wartungsarbeiten beachten sollte. Abschließend präsentierte er ein kurzes Video, in dem ein Heizkraftwerk in Lettland vorgestellt wurde, in dem 20 Anlagen der Firma Spanner Re2 parallel betrieben werden.

Der einzige mit Holzpellets betriebene Holzvergaser, der beim Statusseminar vertreten war, wird von der Fa. Burkhardt hergestellt. Dieser genormte Brennstoff ermöglicht einen sehr komfortablen und störungsarmen Betrieb, wie Claus Burkhardt erklärte. Allein in Bayern ist das Unternehmen mit etwa 20 verkauften Anlagen mit 180 kW elektrisch und 270 kW thermisch sehr gut aufgestellt. Insgesamt kann die Firma 18 Megawatt installierte elektrische Leistung verzeichnen. Zum Ende hin wurden noch aktuelle Weiterentwicklungen der Fa. Burkhardt thematisiert, mit denen die Effizienz weiter erhöht, neue Brennstoffe erschlossen und die Weiterverwertung von Asche ermöglicht werden sollen.

Als letzter Programmpunkt wurde die Anlagen der Firma Holzenergie Wegscheid vorgestellt. Diese mit Hackschnitzeln betriebenen Anlagen leisten 150 kW elektrisch und 240 kW thermisch. Siegfried Schätzl konnte einiges zu den Bestandsanlagen in Deutschland und im europäischen Ausland berichten. Die Firma hat bereits mehrere Anlagen nach Italien und Slowenien verkauft und beschäftigt sich derzeit sogar mit Vertriebsmöglichkeiten in Amerika und Asien.

Das Statusseminar war durch intensive Nachfragen seitens des Publikums geprägt. Vor allem die politische Lage rund um die EEG-Novelle beschäftigte die Gemüter. Aber auch praktische Fragestellungen, vor allem der Wartungsaufwand der verschiedenen Anlagen, die Wirtschaftlichkeit und die Einbindung in Wärmenetze waren vorherrschende Themen in den Diskussionen.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok