Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Heizwerke, KWK-Anlagen und Wärmenetze - Planung, Bau und Betrieb

Straubing, 20. Februar 2014 * Mit einer Veranstaltung in Aschaffenburg wurde die C.A.R.M.E.N.-Fachgesprächsreihe "Bioenergie für Kommunen - Planung, Bau und Betrieb von Biomasseheizwerken und KWK-Anlagen" erfolgreich beendet. An insgesamt sieben Terminen - in jedem bayerischen Regierungsbezirk einer - informierten ausgewiesene Fachleute von September 2013 bis Februar 2014 über Planung, Bau und Betrieb von Biomasseheizwerken und kleinen KWK-Anlagen, über Nahwärmenetze sowie über die diesbezüglichen Fördermöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen. Die Veranstaltungen erfreuten sich eines regen Zuspruchs.

Gilbert Krapf referierte über Gestaltung, Bau und Betrieb von Biomasseheizwerken, KWK-Anlagen und Nahwärmenetzen und erläuterte die wesentlichen Komponenten und die Besonderheiten der einzelnen Technologien sowie wichtige Auslegungsgrundsätze.

Die Vorgehensweise bei der Situationserfassung im Vorfeld zur Projektentwicklung erklärte Bernhard Pex. Er betonte wichtige Erfolgskriterien für Effizienz und Wirtschaftlichkeit und stellte das Programm wdesign sowie das Screening kommunaler Verbrauchsdaten vor, welches C.A.R.M.E.N. als Dienstleistung anbietet.

Das Thema Brennstoffe und Versorgungssicherheit wurde von Christian Letalik vorgestellt; als ehemaliger Betreiber eines Biomasseheizwerkes ließ er das Publikum auch an seinen persönlichen Erfahrungen teilhaben.

Wolfram Schöberl gab einen interessanten Überblick über die Kraft-Wärme-Kopplung mit Holzvergasung; er behandelte nicht nur die Technologie und Auslegungsgrundsätze sondern gab auch einen Marktüberblick.

Die Anwälte Uwe Erling und Tim Uschkereit der Kanzlei NOERR LLP referierten über rechtliche Rahmenbedingungen für Biomasseprojekte von Grunddienstbarkeiten bis zu Emissionsgrenzwerten.

Zum Ende der Veranstaltungen stellten Emanuel Schlosser und Roland Dindaß vom Technologie- und Förderzentrum die aktuellen Förderprogramme für derartige Projekte vor.

Zur Auftaktveranstaltung im September in Ascha konnten etwa 30 Teilnehmer begrüßt werden. Im Anschluss an die Vorträge wurde das Biomasseheizkraftwerk der Nahwärmeversorgung Ascha besichtigt. Seit 2011 ist dort zusätzlich zu einem 500 kW Hackschnitzelheizkessel eine mit Pellets betriebene Holzvergasungsanlage der Firma Burkhardt installiert (180 kWel, 240kWth).

Die zweite Veranstaltung im Oktober in Bamberg war mit etwa 50 Personen sehr gut besucht. Die Fernwärme Bamberg schickte wegen des großen Andrangs drei Mitarbeiter zur Führung. Besichtigt wurde ein Biomasseheizkraftwerk mit Holzvergasungsanlage der Firma Wegscheid (120 kWel, 230 kWth), welches u.a. ein Schwimmbad mit Wärme versorgt.

Im November fanden zwei weitere Fachgespräche statt; das erste davon in Freising, bei dem sich unter den rund 40 Teilnehmern eine rege Diskussion entwickelte, insbesondere zur Situationserfassung sowie zu den Brennstoffpreisen. Im Anschluss wurde eine kleine Holzvergasungsanlage der Firma Spanner Re² (30 kWel, 70 kWth) auf dem Biolandhof Braun besichtigt. Neben der KWK-Anlage wurde auch das Gesamtkonzept des Hofes erläutert, das unter anderem auch eine kleine Kurzumtriebsplantage beinhält.

Das letzte Fachgespräch im Jahr 2013 fand in Velburg statt. Etwa 30 Teilnehmer hatten sich angemeldet. Zur Besichtigung der Holzvergasungsanlage, die am Rande des Ortszentrums steht und diverse Objekte im Ort mit Wärme versorgt, standen auch zwei Mitarbeiter der für Bau und Betrieb der Anlage verantwortlichen Firma Burkhardt Rede und Antwort.

Nach der Weihnachtspause sorgte das frisch veröffentlichte EEG-Eckpunktepapier bezüglich des aktuellen Themas Holzvergasung bei den Veranstaltungen in Triesdorf und Memmingen für Gesprächsstoff. Das Fachgespräch in Triesdorf fand auf dem Gelände der Landwirtschaftlichen Lehranstalten statt und zählte etwa 40 Teilnehmer. Im Anschluss an die Vorträge wurde das Heizwerk der Natuerenergie Triesdorf besichtigt, welches etwa 40 Gebäude der Lehranstalten mit Wärme aus Hackschnitzeln und Biogas versorgt.

In Memmingen konnte C.A.R.M.E.N. etwa 60 Leute zum Fachgespräch begrüßen. Hier kam es zu einem regem Austausch und zu Diskussionen auch in den Pausen und während der ausgedehnten Besichtigung einer Holzvergasungsanlage der Firma Spanner Re² (45kWel, 120 kWth) im nahegelegenen Kronburg. Für die Besichtigung standen die Betreiberfamilie Wölfle sowie zwei Mitarbeiter der Firma Spanner Re² für Fragen zur Verfügung.

In Aschaffenburg schließlich wurden das Biomasseheizkraftwerk der Bioenergie Aschaffenburg GmbH, eine ORC-Anlage, und die daran angegliederte Holzbrikettierung besichtigt.

Die Veranstaltungen haben insgesamt gezeigt, dass Nahwärmekonzepte auf Basis Biomasse nach wie vor eine interessante Alternative zur herkömmlichen Wärmeversorgung mit fossilen Brennstoffen sein können. Die Technik ist ausgereift, vielfältige sehr positive Erfahrungen liegen vor. Mit der Holzvergasung bietet sich mittlerweile eine interessante Möglichkeit der Kraft-Wärme-Kopplung im kleinen Leistungsbereich; deren weitere Entwicklung wird allerdings von den zukünftigen Rahmenbedingungen des EEG abhängen. Die Referenten der Fachgesprächsreihe konnten sich über ein sehr interessiertes und aktives Publikum freuen. Das Ziel, möglichst flächendeckend und kompakt die relevanten Informationen zur Planung und zum Betrieb von Bioenergieprojekten bereitzustellen, wurde mit gutem Erfolg erreicht.

 


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