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Laut EnEV müssen Heizkessel nach 30 Jahren ausgetauscht werden. Mit wenigen Ausnahmen.

Straubing, 2. Februar 2019* In Deutschland sind rund 21 Mio.Kesselausstellung
Heizkessel installiert, deren Altersdurchschnitt 17 Jahre beträgt. Etwa 17 Prozent der Kessel sind über 25 Jahre alt. Von diesen ca. 3,5 Mio. Kesseln haben Schätzungen von Fachleuten zufolge ungefähr ein Drittel über 30 Jahre auf dem Buckel. Die „Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anla-gentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung – EnEV)“ enthält eine Fülle von Vorschriften für Gebäude. Vom Wärmeschutz über die installierte Heizungs- und Raumlufttechnik bis hin zu den Grundsätzen des geforderten Energieausweises. Dabei ist auch geregelt, dass Anlagen zur Wärmeerzeugung nicht älter als 30 Jahre sein dürfen.

 

Die Ausnahmen

Der Kesseltausch ist nicht vorgeschrieben, wenn die vorhandenen Heizkessel zwar alt, aber Niedertemperatur- oder Brennwertkessel sind, sowie bei heizungstechnischen Anlagen, deren Nennleistung weniger als vier Kilowatt oder mehr als 400 Kilowatt beträgt. Für Niedertemperaturkessel könnten sich jedoch durch das geplante GebäudeEnergieGesetz (GEG) bald Änderungen ergeben.

Auch manchen Hauseigentümer trifft die Austauschpflicht nicht, denn: Wohngebäude mit weniger als drei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung zum Stichtag 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, fallen unter die Ausnahme. Bei einem Eigentümerwechsel nach dem 1. Februar 2002 beträgt die Frist zur Erfüllung für den neuen Eigentümer zwei Jahre. Die Schornsteinfeger stehen für Fragen der Austauschpflicht zur Verfügung und überprüfen die eventuell fällige Ausführung.

Die Altersermittlung

Die Datenblätter oder das Typenschild des Heizkessels geben Auskunft über das Baujahr und womöglich über die Installation des Kessels. Sollten keine Unterlagen und kein Schild aufzufinden sein, kann der Hersteller oder wiederum der Schornsteinfeger sicher weiterhelfen. Schon nach 20 Jahren kann sich ein Tausch durchaus lohnen, nach 30 Jahren ist der Austausch vorgeschrieben.

Ein neuer Kessel muss her

Der Ersatz des alten Heizkessels führt direkt zu den Fragen, was der neue Wärmeerzeuger können muss, mit welchem Brennstoff geheizt werden soll und inwieweit die aktuellen Emissionsgrenzwerte und Effizienzvorgaben (EU-Energielabel) eingehalten werden. Auch gilt es abzuwägen, ob nicht energiesparende Maßnahmen wie etwa neue Fenster oder eine Isolierung des Gebäudes den Heizenergiebedarf senken können und damit auch ein kleinerer Wärmeerzeuger ausreicht.

Die Wahl des neuen Heizsystems

Empfehlenswert im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes sind nachwachsende Rohstoffe wie Scheitholz, Holzpellets oder Hackschnitzel. Diese Brennstoffe sind nahezu CO2-neutral und bewirken gegenüber fossilen Energieträgern auch regionale Wirtschaftseffekte, weil sie zum großen Teil regionalen Ursprungs sind. Holzheizsysteme lassen sich zudem gut mit thermischen Solarkollektoren oder einer Photovoltaikanlage mit Heizstab kombinieren, so dass in den Sommermonaten der Kessel eine Zeit lang gar nicht in Betrieb gehen muss. Eine weitere umweltfreundliche Alternative sind Wärmepumpen, die die Energie zum Heizen aus der Umgebungswärme gewinnen. Insbesondere Sole/Wasser-Wärmepumpen weisen dabei eine hohe Effizienz auf.

Bei der Wahl und Dimensionierung des neuen Heizsystems sollte man sich beraten lassen. Die Mitarbeiter der bereits in vielen Gemeinden vorhandenen Energieagenturen und die Experten von C.A.R.M.E.N. e.V. stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

 


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