Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Stagnation am EnergieholzmarktSonja Holz mit Ofen komprimiert

Straubing, 12. Juli 2018 * Im zweijährigen Turnus untersuchen die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising und C.A.R.M.E.N. e.V. den Energieholzmarkt in Bayern. Analog der letzten Marktstudien aus den Jahren 2012 und 2014 wurden nun auch für das Jahr 2016 aktuelle Zahlen zum Aufkommen an Holz aus dem Wald und anderen Quellen sowie die Verwertung im Bereich der energetischen und stofflichen Nutzung veröffentlicht.

 16,97 Mio. Festmeter Holz wurden 2016 laut amtlicher Statistik aus dem Wald bereitgestellt. Somit scheint der Holzeinschlag im Betrachtungsjahr das nachhaltige Nutzungspotenzial in Bayern von 20,5 Mio. Festmeter pro Jahr nicht ausgeschöpft zu haben. Im Vergleich zu 2014 sank das Aufkommen von Waldholz um knapp 0,50 Mio. Festmeter. 34 % des eingeschlagenen Holzes haben die Waldbesitzer direkt als Energieholz ausgehalten.

Neben der direkten Holzbereitstellung aus dem Wald stehen dem Markt noch weitere Holzquellen zur Verfügung. Dazu zählen Gebrauchtholz, Nebenprodukte der Sägewerke und der holzverarbeitenden Industrie, Holz aus der Landschaftspflege oder beispielsweise auch Altpapier, das der Industrie als Sekundärrohstoff dient. Alle Quellen zusammen decken die Nachfrage nach Rohholz und nach auf Holz basierenden Roh- und Brennstoffen, die mit rund 39 Mio. Festmeter gegenüber den Vorjahren erneut anstieg. Dabei wurde etwas mehr Holz der stofflichen Verwertung zugeführt wurde, als der energetischen. Im Vergleich zu 2014 wurden um 18 % mehr Energieholz verbrannt, die stoffliche Verwendung nahm um rund 10 % zu. Der Großteil des Anstiegs auf Seiten der energetischen Nutzung ist auf den Verbrauch der Privathaushalte zurückzuführen, die aufgrund des deutlich kühleren Winters 2016/17 mehr Scheitholz verbrannten als im sehr milden Erfassungsjahr 2014.

Werden witterungsbedingte Einflüsse außer Acht gelassen, so ist in Bayern seit 2012 weitgehend eine Stagnation der Wärme- und Stromproduktion aus Holz zu beobachten. Insbesondere im Bereich des Scheitholzmarktes wird aufgrund gesetzlicher Stilllegungspflichten alter Öfen und zunehmender Gebäudedämmung zukünftig mit einem abnehmenden Marktvolumen zu rechnen sein. Auch bei der Verbrauchergruppe der Großfeuerungsanlagen (> 1 Megawatt Feuerungswärmeleistung) ist kein Zubau der installierten Leistung zu erwarten. Energiepolitische Rahmenbedingungen (EEG), verschärfte Emissionsvorschriften (MCP) und nicht zuletzt vergleichsweise günstige Preise für fossile Energieträger wirken sich hemmend aus.

Weitere Details zu den Ergebnissen der Erhebung und eine ausführliche Darstellung der Trends am Energieholzmarkt entnehmen Sie bitte dem Bericht. Er steht als kostenloser Download hier zur Verfügung.


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