Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Abschlussbericht zum Energieholzmarkt Bayern 2014 veröffentlicht

Straubing, 31. August 2016 * Der von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft unter Beteiligung von C.A.R.M.E.N. erstellte Energieholzmarktbericht 2014 präsentiert neue Zahlen zum Marktgeschehen in Bayern. Es werden das Aufkommen von Holz aus dem Wald und anderen Quellen sowie der Verbrauch von Holz für die verschiedenen Verwendungszwecke beschrieben und Entwicklungstrends aufgezeigt. In einer Bilanz werden Produktion und Verbrauch einander gegenübergestellt. Empfehlungen für die Weiterentwicklung der energetischen Holznutzung werden herausgearbeitet.

Der Bericht ist online bei der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft verfügbar.

 

 

Zusammenfassung der Ergebnisse des Abschlussberichts:

Im Entwicklungs- und Forschungsvorhaben „Energieholzmarkt Bayern 2014“ werden aktuelle Daten und Informationen zum Aufkommen und zum Verbrauch von Energieholzsortimenten in aggregierter Form bereitgestellt. Der Bericht baut auf die Marktberichterstattung aus den Jahren 2000 (WAGNER UND WITTKOPF 2000), 2005 (BAUER ET AL. 2005) 2010 (FRIEDRICH ET AL. 2010) und 2012 (GAGGERMEIER ET AL. 2012) auf. Die Daten wurden auf der Basis bestehender Statistiken, durch eigene schriftliche und telefonische Befragungen der Marktteilnehmer (industrielle Holzverbraucher, Gewerbebetriebe und Privathaushalte), in Gesprächen mit Experten und durch ergänzende Literaturrecherchen von der LWF zusammen mit C.A.R.M.E.N. e.V. erhoben. Daneben werden die Auswirkungen aufgrund der Veränderungen der aktuellen Förderprogramme (EEG 2014, MAP, BioKlima) auf den Energieholzmarkt dargestellt.

Aufkommen
Das Waldholzaufkommen in Bayern betrug im Jahr 2014 ca. 18 Mio. Festmeter mit Rinde. Im Vergleich zu 2012 stieg das Aufkommen damit um 1,5 Mio. Festmeter m. R. oder ca. 9 %. Dabei stieg das Aufkommen von Stammholz mit einem Plus von 940.000 Festmetern m. R. im Vergleich zu 2012 besonders stark. Insgesamt wurden 6,3 Mio. Festmeter mit Rinde Waldenergieholz bereitgestellt.

Die Waldbesitzer haben 2014 ca. 35 % des eingeschlagenen Holzes zu Energieholz aufgearbeitet. Allerdings gibt es noch eine beachtliche, von der Holzeinschlagsstatistik bisher nicht erfasste Holzmenge, worauf ein Vergleich der Ergebnisse der Bundeswaldinventur mit den Holzeinschlagsstatistiken hinweist. Danach kann der tatsächliche Holzeinschlag 2014 um 20 % größer gewesen sein als die Statistik ausweist. Das langfristige Nutzungspotenzial in Höhe von 22,6 Mio. Fm m. R. wurde dann 2014 nahezu ausgeschöpft.

Die bayerische Sägeindustrie stellte Sägenebenprodukte als Koppelprodukt bei der Schnittholzproduktion sowie Rinde und Hobelspäne im Umfang von 5,25 Mio. m³ bereit. Das entspricht einem Plus von 0,84 Mio. m³ im Vergleich zum Jahr 2012. Das Aufkommen an Industrierestholz aus der Weiterverarbeitung des Schnittholzes wird auf 0,88 Mio. m³ geschätzt. Das Aufkommen an Holz aus der Landschafts- und Verkehrswegepflege, dem Gartenbau und der Gewässerbewirtschaftung wird unter dem Posten Flur- und Siedlungsholz zusammengefasst und für 2014 auf 0,91 Mio. m³ geschätzt. Altholz ist ebenfalls ein bedeutendes Energieholzsortimente. Das Altholzaufkommen war 2014 mit 2,74 Mio. m³ nur wenig größer als 2012. Aus der Ernte von Kurzumtriebsplantagen sind 2014 ca. 40.000 Festmeter Energieholz angefallen.

Verbrauch
Die Nachfrage nach Holzsortimenten zur Produktion von Wärme und Strom hat erstmals im Zeitraum seit Beginn der Marktberichterstattung abgenommen. Vor allem sank der Verbrauch der Privathaushalte in der Heizperiode 2014/2015 von rund 8 Mio. m³ im Jahr 2012 auf knapp 7 Mio. in 2014. Ursächlich für diesen Rückgang waren die milde Witterung und vermutlich auch der Einbruch der Heizölpreise.

Biomasseheizwerke und Biomasseheizkraftwerke verbrauchten 2014 Energieholz im Umfang von 5,59 Mio. m³, wobei je ein Drittel der Menge auf Waldhackschnitzel und auf Altholz entfällt. Die übrige Menge umfasst Reste aus der Be- und Verarbeitung des Stammholzes, Pellets und Landschaftspflegeholz. Der Bestand an Biomasseheiz(kraft)werken musste auf 3.400 Anlagen deutlich nach oben korrigiert werden. Erstmals standen aus der Feuerstättenzählung der Kaminkehrer fundierte Zahlen zum Anlagenbestand zur Verfügung. Der Zuwachs beim Holzverbrauch der Biomasseheiz(kraft)werke von 17 % im Vergleich zu 2012 ist auf den größeren Erfassungsgrad zurückzuführen.

Der Verbrauch der mittleren Feuerstätten in Industrie und Dienstleistung lag 2014 bei 0,87 Mio.m³ und damit um 14 % niedriger als zwei Jahre zuvor.
Erstmals wurde in der Holzbilanz auch der Verbrauch der im Altpapier und Zellstoff enthaltenden Holzfasern berücksichtigt. Im Jahr 2014 wurden 46 % des eingesetzten Holzes energetisch verwendet. In den Jahren 2010 und 2012 lag dieser Anteil bei 45 bzw. 48 %, wenn diese Holzrohstoffe auch dort berücksichtigt werden. Der Anteil der energetischen Nutzung von Holz ist somit wieder etwas gesunken.

Insgesamt wurde für das Jahr 2014 ein Holzaufkommen von rund 36 Mio. m³ ermittelt. Frischfaser mit Ursprung aus dem Wald hat daran einen Anteil von 60 %. Der Rest entfällt zu einem kleinen Teil auf Frischholz von außerhalb des Waldes und zu größeren Teilen auf Altholz und Altpapier.

Ein zusätzliches zentrales Ziel des Forschungsvorhabens war die Ermittlung und die Darstellung der durch die Holzverbrennung produzierten Wärme- und Strommenge und der eingespeisten Strommengen sowie die Auswirkungen der Novelle zum Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) 2014, der Aussetzung des Förderprogramms BioKlima und die in Kraft tretende 2. Stufe der 1.BImschV. Nach derzeitigem Kenntnisstand waren Ende 2014 in Bayern 276 Anlagen mit einer installierten elektrischen Leistung in Summe von 248 MWel in Betrieb, die aus holziger Biomasse 1,42 Terawattstunden Strom produzierten. Die installierte Nennwärmeleistung in Summe über den gesamten Anlagenbestand an Holzheizwerken in Bayern wird auf rund 1.720 MWth geschätzt. Alle KWK-Anlagen zusammen weisen eine thermische Leistung von 910 MWth auf, so dass in Bayern von einer installierten thermischen Gesamtleistung bei Holzfeuerungen größer 150 kW in Höhe von rund 2,6 GWth ausgegangen werden kann. Die genutzte Wärmemenge wird mit 6,4 TWh abgeschätzt. Der Bestand an Holzfeuerstätten im Leistungsbereich von 50 bis 150 KWth in Wohnanlagen, Gewerbebetrieben und öffentlichen Gebäuden wurde erstmals auf einer neuen Datengrundlage mit rund 12.500 Anlagen und einer thermischen Leistung von rund 1 GWth abgeschätzt. Mit Hilfe dieser Anlagen sind auf Basis des nachwachsenden Rohstoffs Holz ca. 1,5 TWhth Wärme bereitgestellt worden.

Die Novelle des EEG mit einer Reduzierung der Einspeisevergütung für Strom hatte bei Neuinvestitionen von KWK-Anlagen einschneidende Konsequenzen. Wie das EEG-Anlagenregister der Bundesnetzagentur (BNETZA 2015) und auch die bei den Herstellern von Holzvergasern durchgeführte Umfrage zu deren Verkaufszahlen bestätigte, ging 2015 kein Biomasseheizkraftwerk nach dem neuen EEG 2014 in Betrieb. Die Fördersätze für Holzheizungen bis 100 kW wurden im Marktanreizprogramm (MAP) erhöht und auch die Förderquoten des bayerischen Heizwerksförderprogramms BioKlima wurden deutlich aufgestockt. Allerdings herrscht große Verunsicherung bei Verbrauchern hinsichtlich der Notwendigkeit zum Einsatz von Feinstaubfiltern. Insbesondere bei mit Hackschnitzeln befeuerten Anlagen scheint der Einbau eines effektiven Staubabscheiders häufig unumgänglich zu sein, um wiederkehrend die Anforderungen der 2. Stufe der 1. BImSchV erfüllen zu können. Der Zubau an Holzheizwerken fiel neben diesen Ursachen auch in Folge des geringen Gas- und Ölpreises im Jahr 2015 wesentlich schwächer aus als die Jahre zuvor.

Holz als Energieträger hat eine wichtige Bedeutung im Wärme- und Energiemarkt Bayerns. Der leicht rückläufige Verbrauch von Energieholz 2014 kann durch den milden Winter ohne lange Frostperioden sowie die niedrigen Heizölpreise erklärt werden. Langfristig ist bei den privaten Haushalten aus verschiedenen Gründen mit einem sinkenden Energieholzverbrauch zu rechnen.

(Quelle: LWF (Hrsg.): Energieholzmarkt Bayern  2014; Freising 2016, S. 119f)


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