Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 12. August 2016 * Am 1. Januar 2016 ist eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten. Bei Neubauten sinkt der maximal zulässige Energiebedarf um 25 %. Für Bauherrn ergibt sich dadurch in der Regel die Notwendigkeit, bei der Wärmeversorgung mit Erneuerbaren Energien zu arbeiten, beispielsweise durch die Anbindung des Gebäudes an ein mit Erneuerbaren Energien gespeistes Wärmenetz.

Die EnEV begrenzt den Jahresprimärenergiebedarf von Gebäuden. Werden die Gebäude mit Fernwärme versorgt, dann ist dieser Grenzwert anhand eines Primärenergiefaktors zu ermitteln, welcher die Art und Weise der konkreten Fernwärmeversorgung bilanziert. Festgelegt ist dies in den Vornormen DIN V 4701.10 und DIN V 18599-1. Der Primärenergiefaktor fP wird also für jedes Wärmenetz von einem durch den Netzbetreiber beauftragten Spezialisten individuell ermittelt; der Betreiber stellt dann diesen Wert dem anschlusswilligen Bauherrn für sein Bauvorhaben zur Verfügung.

Als Anwendungs- und Auslegungshilfe hat der AGFW e.V. das Arbeitsblatt FW 309-1 erstellt. Darin sind Bilanzierungsregeln zur Ermittlung des spezifischen Primärenergiefaktors von konkreten Wärmeversorgungssystemen enthalten. Für nach FW 309-1 ermittelte Primärenergiefaktoren kann eine so genannte fP-Bescheinigung ausgestellt werden.

Die Bescheinigung über die energetische Bewertung der Fernwärme nach FW 309-1 darf nur von einem "fp-Gutachter FW 609" ausgestellt werden, der die Prüfung nach dem AGFW-Arbeitsblatt FW 609 bestanden und eine gültige Prüfbescheinigung hat.

Nähere Informationen zum Primärenergiefaktor bei Fernwärme, eine Liste der fp-Gutachter FW 609 sowie eine Liste der fp-Bescheinigungen gibt es beim AGFW e.V.