Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Statusseminar 2016Statusseminar Holzvergasung in Edelsfeld gut besucht

Straubing, 4. Mai 2016 * Nach einigen Jahren dynamischen Wachstums durchlebt die Branche der Holzvergasung seit dem EEG 2014 in Deutschland schwierige Zeiten, da die geänderten Rahmenbedingungen einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb sehr schwer machen. Trotzdem stieß das Statusseminar auf reges Interesse und wurde von mehr als 50 Personen aus den unterschiedlichsten Branchen besucht.

Die Veranstaltung begann mit einem Grußwort von Katharina List, der Klimaschutzkoordinatorin des Landkreises Amberg-Sulzbach. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema durch Wolfram Schöberl von C.A.R.M.E.N. e.V. wurden im ersten Vortrag des Tages die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Holzvergasungsanlagen beleuchtet. Melanie Zenker, C.A.R.M.E.N. e.V., stellte dabei die relevanten Aussagen aus dem EEG und dem KWKG vor und zeigte anhand von Beispielrechnungen die wirtschaftlichen Herausforderungen auf.

 Am Vormittag standen anschließend noch zwei Herstellerpräsentationen auf dem Programm. Den Anfang machte dabei Bernard Kirchmayr von der Firma Fröling. Auch wenn die Anlagen der Firma Fröling noch nicht so lange auf dem Markt sind wie die der übrigen anwesenden Hersteller, konnte Herr Kirchmayr bereits über einige erfolgreiche Projekte berichten. Außerdem konnte er als innovative Neuerung die Teillastfähigkeit der Anlagen verkünden. Der nächste Referent, Michael Westermaier von der Firma Spanner Re2, konnte von den Erfahrungen aus über 500 laufenden Anlagen berichten und stellte insbesondere die neue kompakte 10 kW-Anlage vor. Beide Vorträge wurden von zahlreichen Fragen aus dem Publikum begleitet.

Nach der Mittagspause ging es zuerst mit zwei Herstellervorträgen weiter, diesmal von Firmen, die schon längere Zeit größere Anlagen produzieren und nun auch Anlagen unter 100 kW anbieten. Hier begann Claus Burkhardt vom gleichnamigen Hersteller, der den Schwerpunkt auf die Vorstellung der neuen 50 kW-Anlage legte. Die Anlagen der Firma Burkhardt verwenden als Brennstoff Pellets und zeichnen sich durch eine sehr hohe Zuverlässigkeit aus. Anschließend stellte Siegfried Schätzl die Anlagen und die Entwicklung der Firma Holzenergie Wegscheid vor. Erfreulicherweise kann die Firma weiterhin ein Wachstum verzeichnen und zog deshalb letztes Jahr in ein neu errichtetes größeres Gebäude um. Dieses Wachstum ist aber ausschließlich auf verstärkte Exportaktivitäten zurückzuführen.

Die letzten beiden Vorträge des Tages widmeten sich Randthemen, die aber unter keinen Umständen vernachlässigt werden dürfen. Dieter Bräkow von der Fördergesellschaft Erneuerbare Energien referierte über den Umgang mit Reststoffen von Holzvergasungsanlagen. Er erläuterte das bestehende Dilemma der fehlenden Möglichkeit einer klaren Klassifizierung und sensibilisierte die Teilnehmer für einen sorgfältigen Umgang mit anfallenden Reststoffen. Abschließend stellte Regina Schwalbe von OmniCert die Sicht eines Umweltgutachters auf Holzvergasungsanlagen dar. Sie erläuterte die formalen Pflichten der Betreiber und beschrieb die je nach Fassung des EEG unterschiedlichen Aufgaben eines Umweltgutachters.

Abgerundet wurde der Tag durch die Besichtigung einer im Rahmen des bayerischen Förderprogramms BioSol geförderten Holzvergasungsanlage im nahegelegenen Eschenfelden. Bei strahlendem Sonnenschein konnte Helmut Wendler vom Ingenieurbüro CTWe die Planung und den bisherigen sehr erfolgreichen Betrieb der Anlage vorstellen, die die Grundlast in einem Wärmenetz abdeckt und auf diese Art und Weise sehr effizient erneuerbaren Strom produziert.