Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Nachbericht zur Veranstaltung vom 28.10.2014 in Rosenheim

Straubing, 19. November 2014 * C.A.R.M.E.N. e.V. veranstaltete am 28.10.2014 in Rosenheim ein Fachgespräch zu den Möglichkeiten und Grenzen der technischen Trocknung von Holzhackschnitzeln. Der Einsatz von passenden Hackschnitzelqualitäten ist in Holzenergieanlagen von entscheidender Bedeutung für einen reibungslosen und effizienten Betrieb. Ein wichtiges Kriterium dabei ist der Wassergehalt des Brennstoffs. Gerade Holzvergasungsanlagen sind auf eine aktive Trocknung der Hackschnitzel angewiesen. Für die Betreiber von Holzenergieanlagen aber auch für Trocknungsdienstleister stellt sich damit die Frage, welche Art der Trocknung für ihre Zwecke passend ist.

Das C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch wollte Antworten auf diese Frage finden und den Teilnehmern einen Überblick über das Thema geben. Ein Hauptaugenmerk sollte auf die Praxis gelegt werden. Knapp 40 Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchen fanden sich ein, neben Betreibern von Biogasanlagen, Heizwerken und Wärmenetzen auch kommunale Vertreter und Mitarbeiter von Ingenieurbüros.

Zunächst gab Hubert Maierhofer von C.A.R.M.E.N. e.V. einen Überblick über die am Markt verfügbaren Trocknungstechniken. Demnach sollte die Trocknungsanlage entsprechend der vor Ort anfallenden Trocknungsgüter ausgelegt werden. Zudem muss die Anlage korrekt eingestellt sein, damit die Stromkosten für den Antrieb des Luftgebläses im Rahmen bleiben. Anschließend referierte Wolfram Schöberl von C.A.R.M.E.N. e.V. über die Wirtschaftlichkeit von Trocknungsanlagen. Schöberl machte anhand von Beispielkalkulationen klar, dass die Optimierung der Wirtschaftlichkeit von vielen Stellschrauben abhängt und nur individuell durchgeführt werden kann. Er wies darauf hin, dass die bei der Trocknung anfallenden Energiekosten leicht unterschätzt werden können und zeigte Einsparpotentiale bei der Nutzung einer optimierten Anlage auf. Auch der letzte Vortrag des Vormittags kam von C.A.R.M.E.N. e.V. Niels Alter stellte die Qualitätsanforderungen an Holzhackschnitzel dar. Neben den Folgen einer falschen Brennstoffqualität für den Betrieb einer Holzfeuerung kamen die aktuelle DIN EN ISO-Norm für Holzbrennstoffe und Möglichkeiten zur Qualitätskontrolle für Lieferanten und Abnehmer von Holzhackschnitzeln zur Sprache. Hinweise zur Effizienzsteigerung beim Betrieb einer Holzheizungsanlage und zu den steigenden Emissionsanforderungen ab 2015 rundeten den Vortrag ab.

Nach der Mittagspause kamen die Vorträge durchgehend aus der Praxis. Den Anfang machte Felix Färber, der im Rahmen einer Projektarbeit die Hackschnitzeltrocknung auf dem Biolandhof Braun energetisch analysiert hatte und seine Ergebnisse vorstellte. Eine Besonderheit dieser Anlage ist die Nutzung von Luft, die unter einer Photovoltaikanlage abgesaugter wird. Dadurch ergibt sich ein doppelt positiver Effekt: Die Photovoltaikanlage erbringt durch die Kühlung eine höhere Leistung und es wird weniger Wärme aus der eigentlichen Wärmequelle, einer Holzvergasungsanlage, benötigt. Im zweiten Vortrag am Nachmittag berichtete Wolfgang Pöltl von der Spanner Re2 GmbH über deren Praxiserfahrungen. Die Firma Spanner Re2 ist Hersteller von kleinen Holzvergasungsanlagen, die als Brennstoff auf aktiv getrocknete Hackschnitzel angewiesen sind. Bei nunmehr über 300 aktiven Anlagen konnte Herr Pöltl aus einem reichen Erfahrungsschatz aus der Praxis über die Unterschiede der verschiedenen Trocknungskonzepte im Zusammenspiel mit Spanner Re² Holzkraftanlagen berichten. Den Abschluss des Vortragsteils machte Wolfgang Lauber von der Lauber GmbH. Seine Firma beschäftigt sich in der dritten Generation mit der Konzeption von Trocknungsanlagen. Der Vortrag von Herrn Lauber zeigte sehr anschaulich, dass effiziente Trocknungsanlagen ein High-Tech-Produkt sind. Nur mit ausgeklügelter Technologie und einer variablen Steuerung lässt sich der Strom- und Wärmebedarf minimieren.

Im Anschluss an den Vortragsteil machten sich die Teilnehmer auf den Weg ins benachbarte Schechen, wo die Besichtigung einer Holzvergasungsanlage mit Wärmenetz und Trocknungsanlage auf dem Programm stand. Der Betreiber Josef Weber führte die interessierten Zuhörer durch die verschiedenen Bereiche der Anlage und beantwortete gerne und offen die zahlreich gestellten Fragen.


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