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Erste Ergebnisse zum Monitoring veröffentlicht

Straubing, 25. Juli 2014 * Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) hat einen Monitoring-Zwischenbericht zur Stromerzeugung aus BMHW Landsberg am Lech kleinBiomasse veröffentlicht. Demnach wurden in Deutschland in 2013 im Bereich Festbrennstoffe insgesamt 131 Anlagen mit einer elektrischen Leistung von zusammen 31 MW innerhalb des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zugebaut. Nach Angaben des DBFZ handelt es sich vor allem um Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung im kleinen Leistungsbereich, darunter 126 neue Holzvergaser mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 13 MW. Moderat war dahingegen der Zubau im größeren Leistungsbereich mit lediglich fünf Anlagen, die zusammen eine elektrische Leistung von rund 18 MW haben. Mehrere bestehende Anlagen wurden erweitert oder flexibilisiert. Der Zubau hat sich gegenüber den Vorjahren insgesamt verlangsamt.

Ende 2013 waren insgesamt ca. 640 Biomasse(heiz)kraftwerke mit einer elektrischen Leistung von insgesamt rund 1.537 MW in Deutschland innerhalb des EEG in Betrieb. Die große Mehrzahl der Anlagen steht in Bayern. Der Anteil der Bioenergie an der Deckung des Bruttostromverbrauchs belief sich auf 6,3 %.

Zum Monitoring-Zwischenbericht zur Stromerzeugung aus Biomasse (2014)

 

 

Nachtrag vom 25.08.2015:

"Die im Jahr 2012 geänderte Fördersystematik für Strom aus Biomasse im Rahmen des EEG zeigte bereits die von der Politik gewünschte Lenkungswirkung einer Verlangsamung des Ausbaus. Die erneute Novellierung des EEG in 2014 reduzierte die Vergütung für Strom aus Biomasse durch die Streichung der Boni weiterhin erheblich. Dadurch ging der Zubau von Neuanlagen nach Inkrafttreten
des EEG 2014 am 01.08.2014 erneut stark zurück. In der zweiten Jahreshälfte 2014 und in 2015 wurden hauptsächlich Güllekleinanlagen, welche weiterhin eine gesonderte Vergütungsklasse haben, zugebaut.

Folglich stieg die Stromerzeugung aus Biomasse von 2013 auf 2014 nur moderat an, sie belief sich im Jahr 2013 auf 36,33 TWh und im Jahr 2014 auf ca. 38,17 TWh. Durch Biogasanlagen (Vor-Ort-Verstromung) wurden im Jahr 2014 ca. 27,58 TWh Strom erzeugt, durch Biomethan-BHKW ca. 1,54 TWh. Anlagen zur energetischen Nutzung fester Biomasse erzeugten 2014 ca. 8,7 TWh Strom und
Pflanzenöl-BHKW ca. 0,34 TWh [...].

Insgesamt wurden in Bioenergieanlagen im Jahr 2014 ca. 14,12 TWh Strom in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt und ca. 18,1 TWh Wärme bereitgestellt. [...] 

Derzeit sind ca. 700 Anlagen mit einer installierten elektrischen Anlagenleistung von ca. 1.500 MWel zur Verstromung von fester Biomasse in Deutschland in Betrieb (einschließlich Holzvergaser). Der Großteil der installierten elektrischen Leistung von Biomasse(heiz)kraftwerken wurde in den Jahren 2000 bis 2009 zugebaut. In den letzten Jahren wurden verstärkt kleinere Anlagen zugebaut, da die Technologie der Holzvergasung zur Marktreife geführt wurde. Für das Jahr 2015 wird lediglich mit einem Zubau von 3 Anlagen mit einer installierten Leistung von ca. 5 MWel gerechnet.

Im Bundesland Bayern stehen die meisten Biomasse(heiz)kraftwerke mit der höchsten kumulierten installierten Leistung von 244 MWel, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 212 MWel, Baden-Württemberg mit 172 MWel, Brandenburg mit 168 MWel und Niedersachsen mit 161 MWel. Biomasse(heiz)kraftwerke werden mit einem Anteil von 62 % wärmegeführt betrieben. Bei den wesentlich kleineren Holzvergaseranlagen liegt der Anteil der wärmegeführten Anlagen bei 76 %. Einige der befragten Anlagen stellten außerdem neben der Wärme in KWK zusätzliche Wärme bereit. Der durchschnittliche Wärmenutzungsgrad der befragten Biomasse(heiz)kraftwerke und Holzvergaser liegt bei 89 %. Zwischen großen und kleinen Anlagen besteht diesbezüglich nur ein marginaler Unterschied.

Die Wärmenutzung von Biomasse(heiz)kraftwerken erfolgt zu 52 % extern und 48 % intern. Bei Holzvergaseranlagen liegt der Anteil der betriebsintern genutzten Wärme bei ca. 65 %. Die Wärme von Biomasse(heiz)kraftwerken und Holzvergasern wird hauptsächlich zur Wärmeversorgung von Wohngebäuden und zur Holztrocknung in der Holzwerkstoffindustrie genutzt. Als Brennstoff kommt in den älteren und zumeist größeren Biomasse(heiz)kraftwerken vor allem Altholz der Kategorien AIII und AIV zum Einsatz. In geringeren Anteilen wird von diesen Anlagen auch Waldrestund Landschaftspflegeholz eingesetzt. In Holzvergasern wird überwiegend Waldrestholz eingesetzt. Die Brennstoffe werden überwiegend als Hackschnitzel oder Schredderholz eingesetzt. Gegenüber den Vorjahren haben sich die durchschnittlichen Preise für Altholz der Kategorie AI/AII um 73 % erhöht. Der Durchschnittspreis für Altholz der Kategorie AIII/AIV hat sich gegenüber den Angaben aus der Befragung im Jahr 2013 sogar mehr als vervierfacht. Die Preise für die anderen Holzsortimente sind gegenüber den Vorjahren nur moderat gestiegen bzw. leicht gefallen.

Der Eigenstromverbrauch von Biomasse(heiz)kraftwerken und Holzvergasern liegt zwischen 5 % und ca. 27 %, bei kleineren Anlagen teilweise auch deutlich höher. Der Eigenstrombedarf wird zu 67 % über Fremdbezug gedeckt. Holzvergaser weisen einen höheren Anteil an Fremdbezug aus als Biomasse(heiz)kraftwerke. 16 % der Anlagen decken ihren Eigenstrombedarf mit selbst erzeugtem Strom." (Quelle: DBFZ (Hrsg.): Stromerzeugung aus Biomasse; Leipzig 2015)

Zum Monitoring-Zwischenbericht zur Stromerzeugung aus Biomasse (2015)

 


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