Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


FNR-Fachtagung „Pflanzbauliche Verwertung von Gärrückständen aus Biogasanlagen“

Am 20. und 21. März 2013 fand in Berlin eine Fachtagung statt, die die aktuellen Forschungsergebnisse zur Verwertung von Gärprodukten aus Biogasanlagen darstellte. Die Veranstaltung wurde von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Kooperation mit dem Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte (iASP) an der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt.

 

Die Beiträge dieser Tagung stehen auf der Seite der FNR zur Verfügung (http://www.fnr-server.de/cms35/index.php?id=6573).

Am ersten Tag standen die Themen Charakterisierung und Aufbereitung von Gärresten, Pflanzbauliche Aspekte und Stoffkreisläufe hinsichtlich Nährstoffe auf der Tagesordnung. Die Biogasanlagen in Deutschland produzieren nach Schätzung von Verena Wragge vom iASP ca. 60 Mio. Tonnen Gärprodukte. Die vom iASP durchgeführten Untersuchungen der Gärprodukte von sieben Biogasanlagen bestätigten die bisherigen Annahmen: Gärprodukte unterscheiden sich deutlich in Abhängigkeit der eingesetzten Substrate, der Anteil an TS und oTS wird reduziert und die Vergärung führt zu einer Mineralisierung, was insbesondere hinsichtlich der Pflanzenverfügbarkeit der Nährstoffe von Bedeutung ist.

Eine Untersuchung des Technologie und Förderzentrums (TFZ) in Straubing beschäftigte sich mit der Frage, welche Gärproduktmengen ausgebracht werden müssen, um vergleichbare Erträge wie mit einer optimalen mineralischen Düngung zu erzielen. Grundsätzlich konnten in den verschiedenen Versuchsjahren und an den verschiedenen Standorten vergleichbare Erträge erzielt werden. Bei Mais und Sorghum zeichnet sich sogar die Tendenz ab Dünger einzusparen.

Weitere Untersuchungen, die auf der Tagung vorgestellt wurden, zeigten immer wieder, dass bei der Ausbringung der Gärprodukte auf eine schnelle Einarbeitung geachtet werden muss um Ammoniak-Emissionen zu reduzieren. Diese können zum Verlust eines erheblichen Anteils des Stickstoffs führen. Neben der Ausbringtechnik ist vor allem eine am Bedarf der Pflanzen orientierte Düngung unerlässlich um eine gute Verwertung der Gärprodukte sicher zu stellen und um Nitratauswaschungen möglichst gering zu halten.

Am zweiten Tag standen die Themen Humus und Treibhausgasbilanzen, Ökonomische und rechtliche Aspekte sowie ökologische Aspekte im Mittelpunkt.

Die Untersuchungen zeigten auf, dass hinsichtlich der Humuswirkung von Gärprodukten noch viel Bedarf an Forschungen, insbesondere Landzeitstudien besteht. Grundsätzlich wird im Biogasprozess der organische Anteil der Einsatzstoffe verwertet. Somit verengt sich im Vergleich zu unvergorener Gülle und natürlich auch im Vergleich zu den eingesetzten Substraten das Verhältnis von C zu N. Hinsichtlich der Humusbilanz der Ackerflächen muss auf eine ausreichende Rückführung vom Kohlenstoff geachtet werden. Da für den Einsatz in Biogasanlagen in der Regel Ganzpflanzen geerntet werden, kann eine ausgeglichen Humusbilanz nur über entsprechenden Fruchtwechsel und Zwischenfruchtanbau erzielt werden.

Prof. Dr. Gerhard Breves vom Physiologischen Institut, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, zeigte in seinem Vortrag, dass die Vergärung allgemein zu einer Verbesserung der hygienischen Situation der Einsatzstoffe führt.


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