Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 27. November 2017 * Nachdem die Stoffstrombilanz im neuen Düngegesetz eingeführt wurde, ist sie nun in der Stoffstrombilanzverordnung vom Bundesrat am 24. November 2017 verabschiedet worden. Ab dem 1. Januar 2018 müssen die zugeführten und abgegebenen Mengen an Stickstoff und Phosphor bilanziert und bewertet werden.

Dies bedeutet, dass alle Nährstoffe, die dem betrieblichen Hof zugeführt werden (z. B. Saatgut, Futtermittel oder Einstreu) allen Nährstoffen, die den Betrieb über pflanzliche und tierische Erzeugnisse (z. B. Gülle, Wirtschaftsdünger, Gärreste, Saatgut und Nutztiere) wieder verlassen, gegenübergestellt werden.

Die Bilanzierung ist jährlich zu verfassen und aufzuzeichnen. Generell soll der dreijährige Durchschnitt der Stoffstrombilanz für Stickstoff je Betrieb bewertet werden. Als Datengrundlage zur Berechnung dient die Düngeverordnung.

Für wen ist die Verordnung bindend?

  1. Für landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 50 Großvieheinheiten oder mehr als 30 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (ab 2023 >20 ha) bei einer gleichzeitigen Tierbesatzdichte von jeweils mehr als 2,5 GVE/ha.

  2. Für viehhaltende Betriebe, die die Schwellenwerte unterschreiten aber dem Betrieb im jeweiligen Bezugsjahr außerhalb des Betriebs anfallender Wirtschaftsdünger zugeführt wird.

  3. Für Betriebe mit einer Biogasanlage, die mit einem viehhaltenden Betrieb (siehe a und b) in einem funktionalen Zusammenhang stehen, wenn dem Betrieb im jeweiligen Bezugsjahr Wirtschaftsdünger aus diesem Betrieb oder sonst außerhalb des Betriebs anfallender Wirtschaftsdünger zugeführt wird.

  4. Ausgenommen sind viehhaltende Betriebe mit einem Nährstoffanfall aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft von max. 750 kg Stickstoff aus dem Eigenbetrieb pro Bezugsjahr.

Betriebe haben bei der Bewertung die Wahl:

Entweder

wird eine flächenbezogene Bilanzierung auf Grundlage einer bundesweit einheitlichen Obergrenze von 175 kg Stickstoff pro Hektar vorgenommen

oder

es wird eine individuell zu erstellende Bilanz, welche die konkreten betrieblichen Verhältnisse berücksichtigt, erstellt.

Ziel:

Durch die detaillierte Dokumentation der Nährstoffflüsse in landwirtschaftlichen Betrieben soll die Nährstoffeffizienz und folglich damit der Umweltschutz hinsichtlich Grundwasserschutz verbessert werden.

Link zum Beschluss des Bundesrates:

http://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2017/0501-0600/567-17(B).pdf?__blob=publicationFile&v=1


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