Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 30. Mai 2017 * Ein Vorteil von kleinen Biogasanlagen ist insbesondere die energie- und kosteneffiziente Substratbeschaffung durch kurze Transportwege. Zusammen mit acht Partnern aus Deutschland, Schweden und Polen hat der Forschungsverbund SE.Biomethane Lösungsansätze zur weiteren Steigerung der Kosteneffizienz untersucht.

In den Jahren 2013 bis 2016 beschäftigte man sich mit verschiedenen Ansätzen zu diesem Thema. Es wurden energie- und kosteneffiziente Substratvorbehandlungsmethoden, Ko-Fermentationsstrategien und Fermenterkonzepte für eine verbesserte Gasausbeute bei zellulosereichen Substraten, eine einfache Gasaufbereitung zu Biomethan für Kleinbiogasanlagen und Methoden zur effizienten Gärrestnutzung untersucht.

Dabei konnten einige zukunftsweisende Lösungsansätze herausgearbeitet werden. Durch Druckwechselkonditionierung, bei der mit Hilfe von Hitze und schlagartigen Druckabsenkungen besonders die Lignocellulose für den mikrobiologischen Abbau im Fermenter aufgeschlossen wird, kann aus der Mistfraktion ein bis zu 100 Prozent und bei Stroh ein bis zu 20 Prozent höherer Biogasertrag erreicht werden. Zudem erfolgt der Abbau in der drei- bis vierfachen Geschwindigkeit. Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit stellt der hydraulisch durchmischte Pfropfenstrom-Kleinfermenter dar. Bei dieser Technik erfolgt eine Durchmischung lediglich durch den aufgebauten Gasdruck, d.h. ganz ohne Rührwerke. Zudem wird der Austrag unvergorenen Materials unterbunden. Des Weiteren wurde ein In-situ Methananreicherungsverfahren mit nachgeschaltetem Aschefilter als Instrument zur Steigerung der Kosteneffizienz identifiziert. Durch diese Anwendung ist es möglich, eine Biogasaufbereitung bis zu einem Methangehalt von 97 Prozent zu realisieren. Im Bereich der Gärrestnutzung stellt eine adaptierte Schlammseparation eine interessante Lösung dar. Hier lassen sich störende Sink- und Schwimmschlämme im laufenden Betrieb extrahieren und die gleichzeitig anfallenden Rezirkulate im System nutzen.

Das Forschungsvorhaben SE.Biomethane wurde im Rahmen des sechsten ERA-NET Bioenergy Joint Call „Biogas“ durchgeführt. Auf deutscher Seite beteiligten sich die Ventury GmbH Energieanlagen und das Deutsche Biomasseforschungszentrum gGmbH (DBFZ) als Projektpartner. Gefördert wurden die beiden deutschen Teilvorhaben über das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Die Abschlussberichte zum Projekt stehen in der Projektdatenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 22028412 und 22028512 zum Download bereit.


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