Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 08. Dezember 2016 * Obwohl die Produktion von Bioenergie teilweise umstritten ist, ist sie nach Ansicht der wichtigsten Branchenverbänden und des Deutschen Bauernverbands unverzichtbar. So heißt es in einer Stellungnahme zum Impulspapier „Strom 2030“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie: „Die Bioenergie erbringt wichtige Systemdienstleistungen in mehreren miteinander verbundenen Sektoren. So entstehen wichtige Synergieeffekte auch außerhalb der Energie- und Klimapolitik und die Bioenergie unterstützt die wirtschaftliche Vitalität im ländlichen Raum. Im Anlagenbau nimmt Deutschland eine Spitzenposition in der Technologieentwicklung ein. Diese muss hierzulande eine Anwendungsperspektive haben, denn die Biomasse ist auch global der wichtigste erneuerbare Energieträger.“

Pauschal ist es nicht möglich zum heutigen Zeitpunkt festzulegen in welchem Energiesektor die Bioenergie in Zukunft am sinnvollsten eingesetzt werden kann, so die Einschätzungen der Bioenergieverbände und des DBV. Diese Entwicklung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben neuen Technologien spielen auch landwirtschaftliche, strukturpolitische und entsorgungswirtschaftliche Ansprüche eine Rolle. Eine Festlegung auf einen Sektor ist nicht zweckmäßig, da sich in allen Bereichen dauerhaft geeignete Anwendungsmöglichkeiten ergeben werden.

Im Bereich Verkehr kommen die Verbände zu dem Schluss, dass sich Quotenregelungen als wirksame Anreizmöglichkeit zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen gezeigt haben. Ein Einsatz von Biomasse kann auf diesem Weg die wirtschaftlichste Option werden. In diesem Zusammenhang kann jedoch keine Bevorzugung eines Transportmittels bestimmt werden, da es für den Klimaschutz von untergeordneter Bedeutung ist, in welchem Bereich die Bioenergie genutzt wird, so die Verbände. Es sollte stattdessen der Einsatz von zertifiziert nachhaltigen Biokraftstoffen vorangetrieben werden.

Im Hinblick auf Kraft-Wärme-Kopplung und den Stromsektor wird ein flexibler Betrieb von Bioenergieanlagen immer wichtiger. Eine Vielzahl an Anlagen bieten hierfür bereits die Voraussetzungen. Um diese Flexibilisierung voranzutreiben, muss verstärkt konventionelle Kraftwerkskapazität abgebaut werden.

Die Verbände unterstützen die Aussage des Bundesministeriums, dass die Nutzung von Biomasse zur Wärmegewinnung in Gebäuden unverzichtbar ist. Biomasse sollte ihrer Meinung nach auch in Neubauten Berücksichtigung finden.

Biomasse ist ausreichend Verfügbar, außerdem ist das Biomassepotenzial keine statische Größe für Prognosen, so die Verbände. Je nach demographischen und technischen Entwicklungen sowie möglicher Wertschöpfung, verändert sich die Aufteilung auf energetische und nicht-energetische Nutzung dynamisch. Die stoffliche und energetische Nutzung sind eng miteinander verbunden.

Bereits jetzt leistet Biomasse durch die Bereitstellung von Strom, Wärme und Kraftstoff einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Mit einer Endenergiebereitstellung von 219 TWh und einem Anteil von 58 Prozent an der gesamten Energiebereitstellung aus EE, ist Bioenergie in Deutschland die mit Abstand wichtigste regenerative Energiequelle, so die Branchenverbände und der DBV.

 

 


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