Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 15. November 2016 * Eine Studie der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen, die sie im Auftrag des Fachverband Biogas e.V. erstellt hat, zeigt, dass lediglich 36 Prozent aller Biogasanlagen mehr als die Hälfte der anfallenden Abwärme an externe Abnehmer weitergeben. Der größte Anteil davon, wird in öffentlichen Gebäuden und für die Holztrocknung verwendet. Weitere Anwendungsbereiche sind Firmen, Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder und Krankenhäuser.

 

Im Rahmen dieser Studie wurde erstmals bei 600 deutschen Biogasanlagen der Preis für eine Kilowattstunde (kWh) Biogaswärme abgefragt. Im Durchschnitt erhalten die Betreiber 2,6 Cent/kWh. „Das ist viel zu wenig für dieses hochwertige Produkt“, merkt der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Stefan Rauh an. Im Vergleich hierzu ist eine Kilowattstunde Wärme aus fossilen Quellen deutlich kostenintensiver. Auch bei aktuell niedrigen Heizölpreisen, liegen alleine die Brennstoffkosten bereits bei ca. 5 Cent.

Je nach Anwendungsbereich erzielen die Betreiber deutlich unterschiedliche Preise. Die Versorgung von Schulen, Schwimmbädern und Krankenhäusern bringt beispielsweise erheblich höhere Preise als die Trocknung von Holz. Die Streuung reicht von 0 bis 1 Cent/kWh für die Holztrocknung bis zu 9 Cent/kWh bei der Lieferung an ein Krankenhaus. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Versorgungssicherheit. Bei einer Vollversorgung können 3,9 Cent/kWh, d.h. im Schnitt 1,7 Cent/kWh mehr erlöst werden, als würde dies nicht garantiert werden.

In Zukunft werden Anlagen nicht mehr nur durch die Erlöse aus den Stromverkäufen finanziert werden können, daher ist es wichtig, dass auch für die gelieferte Wärme ein fairer Preis bezahlt wird. „Die Zeiten, in denen der Wärmeabnehmer so gut wie nichts bezahlt hat, müssen der Vergangenheit angehören“, fordert Rauh.

Ein wichtiger Gesichtspunkt für Biogasanlagenbetreiber in die Wärmevermarktung einzusteigen, sind die Zukunftsaussichten. Ca. ein Viertel der Betreiber planen keinen Ausbau der Wärmenutzung. Grund hierfür sind für 30 Prozent finanzielle Gründe bzw. das Auslaufen der EEG-Vergütung. „Für die Betreiber von Biogasanlagen ist die Anschlussregelung von essenzieller Bedeutung“, betont Rauh. „Nur wer sicher weiß, dass seine Anlage noch zehn Jahre und mehr läuft, wird jetzt Geld für neue Wärmekonzepte in die Hand nehmen.“ Eine gut funktionierende Anschlussregelung könnte daher der Biogasbranche neuen Aufschwung verleihen.

Weitere Informationen auch unter: http://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-Biogasanlagen-verkaufen-Waerme-zu-guenstig-5386012.html


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