Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Erhöhung der Diversität in der Agrarlandschaft

Straubing, 06. Juni 2016 (*cli*) Bereits seit mehreren Jahren wird der Anbau der Durchwachsenen Silphie und Versuchen, aber auch in der Praxis getestet, da die Nordamerikanische Pflanze als echte Alternative zu Mais gilt. Ein Forschungsprojekt, welches vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert wurde, konnte nun die positiven ökologischen Effekte der Silphie bestätigen. Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen- und des Julius Kühn-Instituts führten im Zeitraum von 2012 bis 2015 eine „Agrarökologische Bewertung der Durchwachsenen Silphie als eine Biomassepflanze der Zukunft“ durch. Hierbei wurde sowohl der Einfluss auf die ober- und unterirdische Biodiversität in Agrarökosystemen als auch der Wasserhaushalt der Pflanze untersucht. Die Untersuchungen erfolgten auf einem Versuchsstandort in Braunschweig, aber auch auf Praxisflächen, welche verschiedene Standorte und Alter aufwiesen. Die Praxisflächen befanden sich unter anderem in Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen. Das Forschungsvorhaben war außerdem von der engen Zusammenarbeit mit anderen Silphie-Akteuren unter anderem aus dem EVA-Verbund geprägt.

Neben positiven Effekten für Bienen, Hummeln und Schwebefliegen, kann die Durchwachsene Silphie auch die Aktivität von Regenwürmern und weiteren Bodenlebewesen positiv beeinflussen. Das ökologische Potenzial kann aber erst vollständig ausgeschöpft werden, wenn nicht nur einzelne Silphieflächen angebaut werden. Laut FNR ist es daher zu empfehlen großräumigere Landnutzungskonzepte, d.h. eine Kombination aus verschiedenen Biogaskulturen (z.B. Wildpflanzenmischungen) anzulegen. Dennoch üben bereits Streifen und kleinere Teilflächen einen positiven Einfluss auf vom Mais dominierte Agrarlandschaften aus, da sie unter anderem ein zusätzliches Nahrungsangebot für Insekten bieten. Auch im Hinblick auf Bodenerosion und die Verbesserung von Bodenfunktionen ist die Durchwachsene Silphie ein wahrer Alleskönner. Vor allem der geringe Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz trägt zu ihren bodenverbessernden Eigenschaften bei.

Hingegen aller positiven Ergebnisse konnte die Annahme, dass die Silphie bei der Kompensation von Trockenstress anderen Kulturen weit voraus ist, nicht bestätigt werden. Bei zu viel Trockenheit können bei der nordamerikanischen Pflanze Masse- und Methanertragseinbußen festgestellt werden, welche höher ausfallen, als beispielsweise bei Mais oder Luzernegras. Die Silphie hat also eine geringere Wassernutzungseffizienz als der Mais, worauf auch das in den „Blattbechern“ gesammelte Wasser keinen erheblichen Einfluss ausübt. Für einen Anbau von Silphie eigene sich daher nur optimale Standorten, um eine echte Alternative zu Mais darzustellen.

„Eine derart umfassende agrarökologische Betrachtung zur Durchwachsenen Silphie, wie sie in diesem Projekt realisiert wurde, ist bisher einmalig in Deutschland. Die Ergebnisse werden zur agrarökologischen Optimierung des Anbausystems der Durchwachsenen Silphie als alternative Energiepflanze beitragen. Als Ergebnis möchte ich festhalten, dass der Silphie-Anbau das Potenzial hat, die Biodiversität in der deutschen Agrarlandschaft positiv zu beeinflussen.“ fasst der Projektkoordinator Dr. Jens Dauber vom Thünen-Institut gegenüber der FNR zusammen.

Die Forschergruppe stellt außerdem, trotz nicht unbedingt optimaler Rahmenbedingungen für den Anbau von mehrjährigen Blühpflanzen, ein enormes Interesse aus der Praxis am Thema Silpieanbau und auch an ihren Erkenntnissen fest. Weiterentwickelte Greening-Vorgaben im Rahmen der europäischen Agrarpolitik könnten das Tor zukünftig auch für ökologisch vorteilhafte Kulturen öffnen.

Weitere Informationen unter https://www.ti.bund.de/de/bd/projekte/silphie/

 


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok