Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Gräser später schneiden erhöht Methan-Hektar-Ertrag

Straubing, 02. Juni 2016 (*cli*) In einem gemeinsamen Forschungsvorhaben der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi), dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) und dem Julius Kühn-Institut (JKI) sowie der Microb Energy GmbH und drei privaten Gräserzüchtern konnten interessante Erkenntnisse sowohl für Biogas-Landwirte als auch für Züchter gewonnen werden. In diesem sehr umfangreichen Projekt wurden Untersuchungen zu Futtergräsern als Biomasselieferanten durchgeführt. Die Förderung des Vorhabens erfolgte durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

 

Für Landwirte konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Um einen maximalen Methanertrag zu erreichen sollten früh abreifende Weidelgras-Sorten 20 Tage, spät abreifende sieben Tage nach Beginn des Ährenschiebens gemäht werden. Außerdem wurde festgestellt, dass der Biomasseertrag einen vergleichsweise höheren Einfluss auf den Methanertrag hat als die spezifische Gasausbeute (Gasausbeute = Gasertrag bezogen auf die Masse, gemessen in lN/kg oTS). Bei verringertem Faktoreinsatz konnten Rohrglanzgräser die besten Erträge liefern. In einem Versuch wurden 13 Sorten über einen Zeitraum von drei Jahren jeweils mit vier Schnitten und normaler, bzw. mit zwei Schnitten und reduzierter N-Düngung geprüft, hier stand eine Rohrglanzgras-Sorte im Hinblick auf den Ertrag an Platz zwei. Dieses positive Ergebnis konnte jedoch nur in einem Jahr erreicht werden, in dem eine frühe Aussaat und eine gute Jugendentwicklung möglich war. Des Weiteren wurde in diesem Versuch nur eine Rohrglanzgras-Sorte betrachtet. Eine weitere Empfehlung für Landwirte ist, dass bei späten Aussaatterminen sowie guten Anbaubedingungen Weidelgras-Sorten angebaut werden sollten. Hier ist eine 4-Schnittnutzung unbedingt anzuraten. Allgemein sollten Gräser nur als Kosubstrat in Biogasanlagen gefüttert werden, da auch in diesem Forschungsprojekt die bekannten Probleme bei der Monovergärung von Grassilage und höherer Fermenterbelastung festgestellt werden konnten. Hierzu gehören: Probleme an Rührwerken und Pumpen sowie eine Stickstoffhemmung der Mikrobiologie.

Durch die Projektarbeit liegen Züchtern nun erstmals Erbgutinformationen von über 500 verschiedenen Genotypen des Deutschen Weidelgrases (Lolium perenne) vor. Hierzu gehören 307 Sorten aus verschiedenen Regionen der Erde und außerdem 200 Experimentalhybriden. Die Hybriden wurden auf Basis verschiedener geografischer Herkünfte im Rahmen des Projekts erzeugt. Bei einigen war eine Heterosis schon deutlich erkennbar, diese Beobachtung festigt das große Potenzial für Ertragssteigerungen durch Neuzüchtungen. Des Weiteren eignen sich nach Ansicht der Wissenschaftler Berechnungen zu Methanausbeute und -erträge nach Weißbach1 besser für eine züchterische Selektion als Vergärungsversuche, da sie weniger fehlerbehaftet und näher am Genotyp sind. Im Projekt wurde ein Modell zur Bestimmung des optimalen Erntezeitpunktes im Hinblick auf hohe Methanerträge für Weidelgräser entwickelt. Dieses Modell lässt sich auch für andere Arten und Sorten adaptieren.

Den gesamte Bericht finden Sie auf www.fnr.de unter den Förderkennzeichen 22016209.

1 Weißbach, F. 2008. Zur Bewertung des Gasbildungspotentials von nachwachsenden Rohstoffen. Landtechnik 63 (6): 356-358.


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