Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 02. Juni 2016 (*cli*) Riesenweizengras oder auch die Durchwachsene Silphie werden schon seit längerer Zeit als Alternative zu Mais gehandelt. Durch ihren Anbau soll der Mais für die Biogaserzeugung teilweise ersetzt und so für eine Diversifizierung der Fruchtfolgen gesorgt werden. Mit diesem Thema befasste sich nun die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). In der Studie kam man zu dem Ergebnis, dass beide Kulturen unter bestimmten Bedingungen kostengünstiger Gärsubstrat liefern können als Mais.

Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Silphie und Co. sind die Güte des Standorts, die Kosten der Fläche und die Nutzungsdauer der jeweiligen Kultur, so die Experten des LfL-Instituts für Betriebswirtschaft und Agrarstruktur. Besondere positive Effekte im Gegensatz zu Mais sind der Schutz vor Bodenerosion, das vielfältigere Landschaftsbild und auch ihre Funktion als Bienenweide.

 

Auf schwächeren Standorten schlagen sich sowohl Riesenweizengras, als auch die Durchwachsene Silphie im Vergleich zu Mais deutlich besser als auf hochertragsstandorten. Außerdem nehmen die Kosten für die Stromerzeugung aus Biogas mit steigender Nutzungsdauer der Maisalternativen ab. Da diese Kulturen meist einen niedrigeren Methanertrag pro Hektar aufweisen, sinkt ihre Wettbewerbsfähigkeit jedoch mit steigenden Flächenkosten bzw. mit steigendem Pachtzins. Die Untersuchungen der LfL basieren auf dem aktuellen Stand der Forschung. Verwendet wurden hier insbesondere Erkenntnisse aus Feldversuchen der LfL und des Technologie- und Förderzentrums im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing (TFZ). Auch die verschiedenen Gäreigenschaften der Substrate wurden in die Studie miteinbezogen.

Wird Riesenweizengras für eine Nutzungsdauer von zehn bis 15 Jahren auf einem eher ungünstigen Standort angebaut, ist die Dauerkultur dem Mais überlegen. Selbst unter der Voraussetzung eines Flächenpreisen von 1.000 € pro Hektar und Jahr. Wird die Kultur nur eine geringere Anzahl an Jahren genutzt, müssen auch die Flächenpreise dementsprechend sinken um weiter wirtschaftlich sinnvoll zu sein. Das Riesenweizengras ist außerdem auf guten Standorten positiv zu bewerten, wenn eine 10-jährige Nutzung angestrebt wird und die Fläche mit lediglich 600 € pro Hektar und Jahr zu Buche schlägt. Die Silphie kommt in der Studie etwas schlechter weg. Um den Mais auf eher schlechteren Standorten zu übertreffen muss die Dauerkultur mindestens in einem Zeitraum von 10 Jahren gute Erträge haben. Der Flächenpreis darf dabei 500 € nicht übersteigen. Auf guten Standorten ist eine Nutzung von mindestens 15 Jahren nötig um sinnvoll zu sein. Alle Annahmen werden unter der Voraussetzung getroffen, dass die Kulturen über die gesamte Nutzungsdauer nahezu gleichbleibende Erträge liefern. Ob dies in der Praxis zu realisieren ist, wird sich erst in den kommenden Jahren herausstellen.

In der Untersuchung konnte festgestellt werden, dass Zweikulturnutzungssysteme aus Wintergetreide und Mais den Dauerkulturen Riesenweizengras und Durchwachsene Silphie unterlegen sind. Auf günstigen Standorten mit einer guten Wasserverfügbarkeit kann dieses System zwar höhere Methanerträge liefern, als Mais alleine, dies geht allerdings mit überproportional hohen Kosten einher. Dieses Anbausystem ist daher aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll zu betreiben. Im direkten Kostenvergleich konnten auch Zuckerrüben, Hirse oder Wildpflanzenmischungen nicht mithalten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann jedoch die Nutzung dieser Kulturen interessant werden. Soll beispielsweise die Methanproduktion sehr schnell erhöht werden, sind Zuckerrüben das Mittel der Wahl. Wildpflanzenmischungen sind hingegen dort sinnvoll wo Naturschutz und Biodiversität im Mittelpunkt stehen.


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