Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Neuer Dualtyp soll die Vorteile von Kornsorghum mit dem hohen Ertrag von Biomasse-Sorten verbinden

Straubing, 05. April 2016 (*cli*) Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lemke KG und der Professur für Pflanzenzüchtung der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ein neuer Sortentyp der Energiepflanze Sorghum bewertet. Diese Sorte soll die Frühreife, Energiedichte und Beerntbarkeit von Kornsorghum mit einem höheren Biomasseertrag verknüpfen. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) hat dieses Vorhaben als Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums unterstützt.

 

Die Sorghum-Hirse wird als vielversprechende neue Energiepflanze zur Biogaserzeugung in Deutschland gehandelt. Sie ist im Unterschied zu Mais keine Wirtspflanze für den Maiswurzelbohrer, ist außerdem wesentlich resistenter gegen Trockenheit und weist eine bessere Nährstoffeffizienz auf. Sorghum stammt ursprünglich aus Afrika, aus diesem Grund ist die Pflanze in einigen Aspekten noch nicht an kühlere Klimabedingungen angepasst. Daher ist eine Verbreitung von Sorghum als Alternative zu Mais erheblich von züchterischen Erfolgen abhängig. Außerdem gelingt es bisher noch nicht hohe Biomasseerträge mit für eine Silierung notwendigen TS-Gehalten und zufriedenstellenden Methanausbeuten zu kombinieren. Lediglich auf diluvialen Böden, an niederschlagsarmen Standorten können zum jetzigen Zeitpunkt ähnliche Deckungsbeiträge wie bei Mais erwirtschaftet werden.

Im Hinblick darauf besteht das Ziel des Projekts von NPZ und Uni Gießen darin, die Kältetoleranz, Frühreife und Energiedichte zu verbessern. Hierzu wurden frühreife Sorghum bicolor Dualtyp-Hybriden speziell für die Biogasproduktion entwickelt und im Bezug auf ihre Energiedichte und ihre agronomische Leistungsfähigkeit untersucht.

Die neuen Dualtypen sollen eine Wuchshöhe zwischen zwei und drei Metern erreichen. Sie sollen also höher als Kornsorghum, aber dennoch niedriger als bisherige Biomasse-Sorten werden. So sollen Sie mit der bisher üblichen Häckseltechnik geerntet werden können. Es wird zudem ein Korn- bzw. Rispenanteil von 40 bis 50 Prozent an der Gesamttrockenmasse angestrebt, was eine mit Silomais vergleichbare Energiedichte bedeuten würde. Außerdem konnte festgestellt werden, dass bei den Versuchshybriden höhere TS-Gehalte erreicht werden konnten, weshalb sich die Transport- und Silageeigenschaften erheblich verbesserten. Die bedeutendste Verbesserung durch die neuen Dualtypen stellen jedoch erhöhte Methanerträge je Hektar dar. Im Versuch könnten beispielsweise in Groß-Gerau ca.
20 Prozent mehr Methan im Vergleich zu herkömmlichen Standardsorten erzielt werden. Hierfür müssen jedoch ausreichende hohe Temperatursummen gegeben sein um eine gute Einkörnung und Kornreife zu ermöglichen.

Um einen kontinuierlichen Zuchtfortschritt zu ermöglichen ist eine systematische Weiterentwicklung des Zuchtmaterials unerlässlich und stellt daher einen Schwerpunkt des Projekts dar. Bereits in einem kurzen Zeitraum konnte umfangreiches, besser angepasstes Zuchtmaterial entwickelt werden, dies stellt die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung von Dualtyp-Sorten und Sortenzulassung in naher Zukunft dar.

Der Abschlussbericht steht auf der Homepage der FNR unter den Förderkennzeichen 22006911 und 22007011 zur Verfügung.

 

 

 


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