Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Neuartige Silofolie könnte enorme Vorteile für Umwelt und Landwirte bieten

Straubing, 10. März 2016 (*cli*) Die Wissenschaftler des Technologie- und Förderzentrums für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) in Straubing um Projektleiter Dr. Edgar Remmele sind ihrem Ziel, eine Siloplane aus Nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln, zum Greifen nah. Diese neuartige Abdeckung für Silofutter soll erstaunliche Eigenschaften aufweisen. Sie ist aufspritzbar, selbsthaftend, luftdicht, säure- und witterungsbeständig, sowie reißfest und elastisch, dabei ist sie auch noch biologisch abbaubar, vergärbar und verfütterbar. Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner läutete am 18. Februar 2016 die Praxisversuche ein. Diese Versuche finden unter Freilandbedingungen statt.

Die am TFZ entwickelte Rezeptur besteht zum Großteil aus Pflanzenöl und Naturkautschuk. Bereits seit ca. 10 Jahren wird an diesem Thema geforscht. Bis zum Ende der Praxisversuche in zwei Jahren, wird das Landwirtschaftsministerium im Gesamten rund 1. Mio. € in das Projekt investiert haben. Diese hohe Summe zeigt deutlich welche Bedeutung dieses Thema in der Landwirtschaft hat.

Sollten sich die Versuche als positiv erweisen, könnten sich mehrere Probleme von herkömmlichen Folien in Luft auflösen. Minister Brunner bezeichnet diese Innovation daher auch als eine „nachhaltige Entwicklung im Sinne der Landwirtschaft und der Natur“.

So dürfen herkömmliche, erdölbasierte Folien unter keinen Umständen in das Futter gelangen, da dies Schäden an den Tieren verursacht. Die Naturfolie kann im besten Fall sogar von Tieren verzehrt, sowie in Biogasanlagen vergoren werden. Eine große Herausforderung stellen in diesem Zusammenhang jedoch Krähen und andere Wildtiere dar, da sie von diesen nicht gefressen werden soll.

Ein weiterer wichtiger Vorteil der neuartigen Silofolie zeigt sich im Bereich Arbeitssicherheit. Herkömmliche Folien sind meist sehr großflächig, in bis zu 10 m Höhe ergeben sich bedingt durch ihr Gewicht daher erhöhte Unfallrisiken. Das Kautschukgemisch wird im Gegensatz dazu aufgespritzt, was außerdem noch eine erhebliche Arbeitserleichterung bedeuten würde. Zusätzlich entfällt das Beschweren mit Sandsäcken.

Des Weiteren ist eine kostenintensive Entsorgung nicht mehr nötig. Im Praxistest ist nun neben der Wirtschaftlichkeit auch die Haltbarkeit der patentierten Rezeptur von großem Interesse.

Es wird in dieser Phase noch nicht in landwirtschaftlichen Betrieben getestet, obwohl das Interesse laut Remmele bereits hoch ist. Im Bezug hierauf schlug Landwirtschaftsminister Brunner vor, Tests in staatlichen Versuchsgütern durchzuführen. Er machte sich außerdem selbst ein Bild von der Verarbeitbarkeit der weißlichen Masse, indem er eine Fläche in einem Prüfsilo besprühte.

Weitere Informationen unter: http://www.stmelf.bayern.de/service/presse/pm/2016/129129/

 


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