Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 04. März 2015 * (cli) * Ende Januar fand in Bremen die 24. Internationale Biogas Jahrestagung und Fachmesse statt. Präsident des Fachverbands Biogas, Horst Seide, richtete eine klare Botschaft an die Teilnehmer: „Biogas kann und muss eine entscheidende Rolle bei der Energieversorgung der Zukunft spielen! (…) Jetzt werden in Berlin die Weichen gestellt und jetzt müssen die richtigen Entscheidungen getroffen werden“.

Die großen Energiekonzerne setzen auf Kapazitätsmärkte und die Regenerativbranche setzt auf „energy only“, also die flexible und bedarfsgerechte Bereitstellung von Strom aus dezentralen Kraftwerken wie Windrädern, Photovoltaik- und Biogasanlagen. Im flexiblen Strommarkt kommt nach Meinung des Fachverbandes Biogas dem flexiblen Energieträger Biogas eine ganz besondere Rolle zu. Biogas ist speicherbar und kann jederzeit die Lücke schließen, die sich bei den fluktuierenden Energien Sonne und Wind ganz natürlich ergeben. Rund 2.200 der insgesamt knapp 8.000 Biogasanlagen sind für den flexiblen Anlagenbetrieb bei der Bundesnetzagentur gemeldet. 1,2 Gigawatt flexible elektrische Kraftwerksleistung stehen aus Biogas bereit. Horst Seide erinnerte noch einmal daran, dass „…Bei der ganzen Diskussion um das Strommarktdesign dürfen wir nicht vergessen, warum wir die Energiewende eingeleitet haben: um das Klima zu schützen“! Durch die Energieerzeugung in Biogasanlagen würden schon heute knapp 18 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr eingespart. Mit entsprechenden Anreizen und Maßnahmen ließen sich alleine aus der Vergärung von Gülle und Mist zusätzlich mehr als sieben Millionen Tonnen einsparen, betont Seide und fordert: „Um das zu erreichen dürfen keine unnötigen Hürden – beispielsweise aus der Anlagenverordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) oder der Düngeverordnung – diesen Weg verbauen. (…) Sonst werden auch die bestehenden Anlagen stillgelegt und die Klimaemissionen steigen weiter.“ Auch der Vizepräsident des Fachverbandes Biogas, Hendrik Becker, teilt diese Meinung: „Biogas ist die große Chance für den Klimaschutz – in Deutschland und weltweit. (…) Doch ohne funktionierenden heimischen Markt werden viele deutsche Firmen nicht überleben können“. Die Nachfrage nach deutscher Biogastechnologie ist weiter groß, aber während im Jahr 2011 noch ca. 25.000 Arbeitskräfte mit dem Bau von Biogasanlagen beschäftigt waren, sind es heute weniger als 5.000. Mit Blick auf die momentan schwierigen politischen und genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen fordert Becker: „Wir brauchen klare und verlässliche Rahmenbedingungen und ein deutliches Signal pro Biogas, damit auch die bestehenden Biogasanlagen nach Auslaufen der EEG Vergütung weiter betrieben werden. Es wäre grundfalsch, Biogas in der jetzigen Situation den Hahn abzudrehen. Biogas ist die Chance für eine sichere regenerative Energieversorgung – weltweit. Die Klimaerwärmung ist ein globales Problem – Biogas ist Teil der Lösung. Die Branche ist bereit, diese Aufgabe anzupacken“.

 

Weitere Informationen unter: http://www.biogas.org/edcom/webfvb.nsf/id/DE_PM-02-15/$file/15-01-28_PM_PK%20JT.pdf


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