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14-11-07 Biogas Branchenzahlen Prognose 2014-2015 - KopieFachverband Biogas e.V. präsentiert aktuelle Branchenzahlen

Straubing, 17. November 2014 * (cli) * Der Fachverband Biogas gab auf einer Pressekonferenz auf der Energy Decentral in Hannover aktuelle Zahlen zur Branche bekannt. Der Zubau für 2014 liegt bei prognostizierten 94 Neuanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 41 Megawatt (MWel). Für nächstes Jahr wird ein noch geringerer Zubau erwartet. Einzig das „Repowering“ und Flexibilisieren von Bestandsanlagen haben kurz vor der EEG Novelle am 01. August noch einen Zuwachs an Bemessungsleistung und flexibler Leistung gebracht. Der Zubau von Biogasanlagen kommt fast vollständig zum Erliegen.

Hendrik Becker, Vizepräsident des Fachverbands Biogas und Geschäftsführer eines Gesamtanlagenherstellers, sagt dazu: „Dass in diesem Jahr überhaupt noch etwas gebaut wurde liegt an der „Endralley“ derer, die vor dem Inkrafttreten des EEG 2014 ans Netz gegangen sind, um noch ins EEG 2012 zu fallen“. Seit August 2014 haben sich die wirtschaftlichen Bedingungen für Biogas dramatisch verschlechtert und der Zubau tendiert gegen Null. 2015 werden acht Megawatt an zusätzlicher Bemessungsleistung erwartet. Vor drei Jahren lag der Zubau noch bei 600 MWel. Mit Blick auf den von der Bundesregierung festgelegten Ausbaukorridor für Biogas von maximal 100 MWel pro Jahr bemerkte Becker: „Unter den aktuellen Gegebenheiten kommt der neu im EEG eingeführte "Deckel" überhaupt nicht zum Tragen.“ Es wundert nicht, dass der massive Einbruch beim Bau neuer Anlagen besonders Planer und Hersteller trifft, die im Wesentlichen vom Neubau leben. Becker folgert daraus: „Diejenigen, die mit einem starken Servicegeschäft und einer frühzeitigen Orientierung auf Auslandsmärkte gegengesteuert haben, befinden sich in einer besseren Position“. Es erstaunt kaum, dass viele Mitgliedsfirmen des Fachverbandes die aktuelle Branchenlage als „eher schlecht bis sehr schlecht“ beurteilen.

Horst Seide, Präsident des Fachverbandes und Anlagenbetreiber verwies auf die Tatsache, dass sich bereits bis Juli 2014 Biogasanlagen mit einer Leistung von 1.214 MW bei der Bundesnetzagentur als flexible Kraftwerke angemeldet haben und schlussfolgert: „Dabei sind wir mit Biogas als Teil der Energiewende auf dem richtigen Weg. (…) Damit stellen meine Berufskollegen und ich die Leistung eines Atomkraftwerks verlässlich und flexibel aus erneuerbarer Energie zur Verfügung“. Er fordert: „Politisch kommt es nun darauf an, den Strommarkt so zu gestalten, dass eine flexible Fahrweise auch tatsächlich ermöglicht und honoriert wird“, denn nach Schätzungen des Fachverbandes Biogas werden aufgrund der fehlenden Marktsignale für bedarfsgerechte Strombereitstellung erst ein Drittel der Anlagen auch wirklich betrieben.

Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes, Dr. Claudius da Costa Gomez, betont die enorme Anpassungsfähigkeit der Biogasbranche auf neue und auch schwierige Anforderungen. Er sagt, dass sich die Firmen in den nächsten Jahren vor allem auf den Service, die Flexibilisierung der Anlagen und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Wärme- und Mobilitätssektor konzentrieren müssen. Im Inland und in Europa müsse die Branche verstärkt Refinanzierungsmöglichkeiten durch erbrachte Umweltleistungen erschließen und dabei spielt die Verwendung von Reststoffen und Nebenprodukten eine wichtige Rolle. Im heimischen Markt wie auch beim Export von Anlagen muss sehr dynamisch auf die jeweiligen Anforderungen reagiert werden. Da Costa Gomez zeigt sich aber dennoch zuversichtlich: „Für die Firmen bekommen natürlich die Auslandsmärkte eine höhere Bedeutung - dabei werden wir sie aktiv unterstützen. (…) In den vergangenen 14 Jahren, seit Inkrafttreten des EEG, gab es für die Akteure ein ständiges Auf und Ab. Daher bin ich überzeugt, dass die Biogasbranche auch dieses Tal durchschreitet. Denn unterm Strich wird es keine erneuerbare Energiewende ohne Biogas geben“.

Weitere Informationen unter: http://www.biogas.org/edcom/webfvb.nsf/id/DE_PM-32-14


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