Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 15. September 2014 * (cli) * Der diesjährige IQ Innovationspreis geht an die Stadt Leipzig, genauer gesagt an ein Forschungsteam unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Dieses hat im Rahmen des Projekts „Optgas“ einen Schnell-Schaumtest für Biogasanlagen entwickelt. Betreiber von Biogasanlagen können prüfen, ob der geplante Substratmix Schaum bildet und somit die Haltbarkeit der Anlage gefährden würde.

Durch zu große Schaumbildung würden Störungen bei der Biogasproduktion auftreten und die Folgen davon sind eine aufwendige Reinigung und Schadenbeseitigung. Noch ist unklar wie der Schaum entsteht. Aber der sogenannte „Leipziger Schaumtester“ erleichtert die „Prognose zur voraussichtlichen Schaumentwicklung“ enorm. Um den Test durchzuführen entnimmt der Betreiber eine Probe des Gärmaterials der Anlage. Die Menge richtet sich nach dem Trockensubstanz-Gehalt und wird in eine Testflasche gegeben. Danach wird das Gärmaterial hinzugegeben und verrührt. Die Testflasche wird nun in den Schaumtester (Apparatur mit Heizmanschette) eingesetzt und die Temperierung per Knopfdruck gestartet. Nach circa 14 Stunden liegen die Ergebnisse vor: wenn die Masse aussieht wie zu Beginn ist die Mischung unproblematisch, sind aber Schaum oder Spuren von Schaum sichtbar, sollte der Betreiber abwägen, ob er das eigesetzte Substrat in der Anlage verwenden will. Das Risiko für eine Schaumbildung erhöht sich vor allem wenn alternative Substrate eingesetzt werden. Die Folge von Schaum bei heterogenem Substratmix sind Wirkungsgradverluste und eventuell eine Verstopfung von Leitungen und Behältern. Vor allem zukunftsfähige Substrate wie Zuckerrüben gelten hier als risikoreich. Es ist schwierig generelle Aussagen über Schaum-fördernde Stoffe zu treffen, da erstens auch veränderte Silier-Methoden Schaum auslösen können, aber auch die Kombination von Substrat mit im Behälter vorhandenem Gärmaterial beeinflusst die Intensität. Des Weiteren ist auch die Verarbeitung des Gärmaterials ausschlaggebend.

Das Forscherteam untersuchte die Gründe für die Schaumbildung auf mehreren Wegen: Es wurden Proben von 24 Anlagen entnommen, von denen ein Teil mit Abfall und ein Teil mit Nachwachsenden Rohstoffen als Substrat betrieben wird. Daneben wurde eine telefonische Umfrage bei 10 Betreibern von Abfallanlagen durchgeführt, welche Auskunft über die Erfahrung mit Schaum und die Bekämpfung in der Praxis geben sollten. Erste Auswertungen der Studie ergeben, dass physiokochemische Effekte die Schaumbildung bewirken. Wichtige Einflüsse sind die Beschaffenheit der Substrate, die Temperatur und die Rührintensität. Der Test erweckt großes internationales Interesse, aber dennoch bleiben manche Fragen offen.

Weitere Informationen und einen Kurzfilm zum Produkt finden Sie unter: http://www.energiezukunft.eu/biomasse/forschung/schaumtest-fuer-biogasanlagen-entwickelt-gn102379/,

https://www.energetische-biomassenutzung.de/de/presse/pressemitteilungen/details/article/leipziger-schaumtester-gewinnt-iq-innovationspreis-leipzig.html,

https://www.energetische-biomassenutzung.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Ver%C3%B6ffentlichungen/07_Biogas_06.2014_XL.pdf

und http://www.iq-mitteldeutschland.de/iq/preistraeger/iq-2014/lokalpreis-leipzig.html