Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Biogasanlagen 044

Die landwirtschaftliche Produktion von Biogas fand in Deutschland erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg statt. In Folge der Ölkrise wurden vermehrt Biogasanlagen gebaut, die mit Gülle betrieben wurden. Durch das 1990 erstmals eingeführte Stromeinspeisegesetz wurden auch die Potenziale der Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung genutzt. Reine Gülleanlagen führten jedoch zu keiner befriedigenden Fermenterauslastung. Da sich biologische Rest- und Abfallstoffe wie z. B. Fett aus der Gastronomie sehr gut als Kosubstrat für Biogasanlagen eignen, boten sich Anlagenbetreiber als Abnehmer für diese Reststoffe an. Zunächst wurde im (2000 erstmals verabschiedeten) Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nur der Einsatz dieser Reststoffe gefördert. Seit der Novelle des EEG 2004 ging der Trend hin zum Vergären von eigens angebauten Energiepflanzen. Auch die alleinige Vergärung dieser Energiepflanzen – ganz ohne Gülle – findet in der Praxis statt. In jüngster Zeit wird wieder stärker der Einsatz von Wirtschaftsdünger (W. ist der Oberbegriff für Gülle, Mist und Futterreste aus der Viehhaltung) und ökologisch wertvollen Energiepflanzen gefördert. Ende 2011 gab es in Deutschland ca. 7.200 Biogasanlagen (Vergleich 2004: 2.000), davon knapp 2.400 in Bayern. Damit trägt Strom aus Biogas zu knapp 4 % zur Strombereitstellung in Deutschland bei. Die installierte elektrische Leistung liegt bei 2.900 MW in Deutschland (in Bayern bei 675 MW) (Quelle: BMU, LfL, BMELV).


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