Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 14. April 2020 * Das DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH, Leipzig; das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, Kassel, die Deutsche Energieagentur (dena), Berlin sowie Becker Büttner Held PartGmbB, Berlin haben Zukunftsoptionen für Biogasanlagen entwickelt und Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeitet. Im Ergebnis

wurden drei Betriebsmodelle - (1) Substratreduktion für den NawaRo-Anteil, (2) Flexibilisierung, (3) Umrüstung von VOV zu Biomethan - ausgewählt, für die eine detaillierte ökonomische und ökologische Bewertung erfolgte. Darüber hinaus wurden Hemmnisse zur Umsetzbarkeit der Betriebsmodelle identifiziert und Handlungsoptionen zur Umsetzung der vorgeschlagenen Betriebsmodelle abgeleitet:

Wenn die Gegebenheiten günstig sind, wird die Umstellung in die Biomethaneinspeisung empfohlen, ansonsten soll eine Nawaroreduktion mit einhergehender Flexibilisierung geprüft werden.

Das Projekt zeigte, dass die ökologisch sinnvollsten Anlagenkonzepte diejenigen sind, die auf der Basis von Rest- und Abfallstoffen betrieben werden. Insbesondere bei der Nutzung von Gülle können hohe Treibhausgaseinsparungen gegenüber dem konventionellen Güllehandling, also der Lagerung und Ausbringung der Gülle ohne des Einsatzes in der Biogasanlage, erzielt werden.

Bezüglich der Biogasnutzung stellt der KWK-Pfad die Nutzungsoption mit der höchsten THG-Einsparung dar. Aufgrund der neuen Anforderungen und Transformationsprozesse im Energiesystem ist dabei die Flexibilisierung von Biogasanlagen von besonderer Bedeutung.

Aufgrund der angestrebten Elektrifizierung des Verkehrssektors ist der Einsatz von Biomethan als Kraftstoff dort sinnvoll, wo Mobilität auf Basis von Strom nicht oder nur unter hohem Einsatz von Ressourcen und finanziellen Mitteln möglich ist. So kann Biomethan bevorzugt in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt werden. z.B. als (teilaufbereitetes) Biomethan für landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren und Zugmaschinen. Im Kraftstoffbereich sind der Anteil fossiler Treibstoffe und die damit verbundenen Emissionen unverändert hoch. Hier kann Biomethan – durch vergleichsweise hohe Treibhausgaseinsparungen im Vergleich zu fossilen und biogenen Kraftstoffen - ebenfalls sinnvoll eingesetzt werden.

Die aktuellen Entwicklungen in diesem Sektor lassen jedoch eine kurzfristige signifikante Steigerung des Einsatzes von Biomethan derzeit nicht erwarten. Denkbar ist auch der Einsatz von Biomethan als Kraftstoff in Form von LPG, z. B. in der Binnenschifffahrt, da hier erneuerbare Alternativen bislang noch nicht für serienmäßig zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist der Einsatz von Biomethan perspektivisch für industrielle Prozesswärme als Prozessdampf von Bedeutung. Dazu müssen effiziente KWK-Konzepte weiterentwickelt und angereizt werden.

Biomethan ist zudem im Vergleich zu Anlagen mit Vor-Ort-Verstromungskonzepten flexibel hinsichtlich Ort, Zeit und Art der Verwertung des Gases und kann Sektor-übergreifend in gleichem Maße eingesetzt werden. Diese Flexibilität wird mit zusätzlichen Kosten für die Aufbereitung und Einspeisung, sowie größeren Einschränkungen hinsichtlich der Standortwahl bezahlt. Mit Blick auf die Anforderungen an das Energiesystem ist das Betriebsmodell Biomethan zu präferieren, so dass empfohlen wird, ausschließlich für mittlere bis große Biogasanlagen eine Umrüstung zu Anlagen mit Aufbereitung zu Biomethan anzureizen. Dabei wird insbesondere der Einsatz von Biomethan in KWK-Anlagen, als Kraftstoff oder der Einsatz für industrielle Prozesswärme als effizienteste Nutzungsoptionen erachtet.

Abschließend hielten die Autoren der Studie fest, dass alle drei Betriebsmodelle für Biogas, je nach Fokus der Betrachtung, zukünftig von Bedeutung sein werden, die angemessen vom Rechts- und Förderrahmen berücksichtig werden sollen.

Den Bericht findet man zum Download.


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.