Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


02 2020100 Teilnehmer informieren sich und besichtigen NawaRo-Biogasanlage

Straubing, 22. Januar 2020 * Am 15. Januar 2020 veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. das Fachgespräch „Biogas und Ökolandbau – Wege zu einer erfolgreichen Symbiose" in Fensterbach und Schwarzenfeld. Rund 100 Teilnehmer interessierten sich für die Integration einer Biogasanlage in den Wirtschaftskreislauf eines Biobetriebes. Beginnend mit der Besichtigung der NawaRo-Biogasanlage von Herrn Graf zu Eltz, konnten sich die Teilnehmer im Anschluss daran in verschiedenen Vorträgen unter anderem über die Potenziale, Rahmenbedingungen und Wirtschaftlichkeit von Biogas im Ökolandbau informieren.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Fachverband Biogas e.V., dem Bayerischen Bauernverband, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Neumarkt i.d.Opf., Bioland e.V. sowie Naturland – Verband für ökologischen Landbau e. V statt

Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmer durch Robert Wagner von C.A.R.M.E.N. e.V. lud Herr Graf zu Eltz zur Besichtigung seiner Ökogasanlage auf Gut Wolfring ein. Neben wichtigen Kennzahlen der Anlage stand vor allem das Gesamtkonzept zur Integration jener in den landwirtschaftlichen Betrieb im Vordergrund. Dieses schließt ökologischen Landbau und eine nachhaltige Wärmenutzung mit ein. Die zahlreichen Teilnehmer nutzten die Gelegenheit vor Ort für diverse Fragen rund um diese Thematik, bevor es für alle zum theoretischen Teil des Fachgesprächs nach Schwarzenfeld weiterging.

Nach einem Grußwort von Johannes Hebauer von der Regierung der Oberpfalz führte Georg Stöckl, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Neumarkt i.d.Opf., als Moderator durch den Vortragsteil. Zunächst informierte Dr. Stefan Rauh vom Fachverband Biogas über die Potenziale von Biogas im Ökolandbau. Dabei ging er vor allem auf die aktuellen Rahmenbedingungen ein, die beim Betrieb einer Biogasanlage im ökologischen Landbau zu beachten sind.

Ulrich Kilburg von C.A.R.M.E.N. e.V. erläuterte im Anschluss daran „4 Wege zu Biogas im Ökolandbau“. Thematisiert wurden sowohl Chancen und Risiken bei der Umstellung von konventionellem auf ökologischen Betrieb als auch Ansprechpartner und Wirtschaftlichkeit beim Neubau einer Güllekleinanlage.

Welche Faktoren bei der Umstellung von konventionellem Landbau auf Ökolandbau eine Rolle spielen, darüber referierte Martina Zengel vom Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte an der Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising. Vor allem die Auswahl der eingesetzten Substrate sowie gegebenenfalls strengere Richtlinien von Bioverbänden sollten die zukünftigen Ökogasbetriebe bei der Umstellung bedenken. Auf den Prüfstand kamen diese Ausführungen direkt im Anschluss, als fünf Praktiker und Biogasanlagenbetreiber Ihre Betriebe vorstellten. Dabei waren vier Betreiber einer Ökogasanlage und ein „noch“ konventioneller Biogasanlagenbetreiber vertreten. Sie standen im Anschluss an die Vorträge den Teilnehmern des Fachgesprächs ausführlich Rede und Antwort.

Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen, Technische Universität München, analysierte die Nährstoffversorgung sowie die Stoffströme bei biologischen Biogasanlagen. Der Gärrest von Biogasanlagen wirke sich positiv auf den Humus sowie auf die chemischen, biologischen und physikalischen Bodeneigenschaften aus. Zudem habe der Gärrest eine direkte und langfristige Düngewirkung. Da Biogassysteme die Erträge im ökologischen Landbau signifikant steigerten, seien Synergieeffekte und keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung zu erwarten, so Hülsbergen.

Zum Abschluss der Veranstaltung informierte Robert Wagner von C.A.R.M.E.N. e.V., in Vertretung für seine Kollegin Melanie Glötzl, über die Wirtschaftlichkeit der Biogaserzeugung in ökologischen Betriebssystemen. Wagner erläuterte anhand von Beispielrechnungen die Wirtschaftlichkeit von Ökogasanlagen. Zu beachten sei, dass auch bei kleineren Anlagen umfangreiche Prüfpflichten bestünden und dem Betreiber der Arbeitszeitbedarf bewusst sein müsse. Weiterhin können reine Gülleanlagen sowie Anlagen mit Festmist wirtschaftlich sein. Ein besonderer Fokus  lag hier auf dem Neubau von Kleingülleanlagen.


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