Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 31. Juli 2018 * Invasive Pflanzenarten sind mittlerweile zu einem großen Problem der Betreuung von Begleitflächen, Parks und auch Vorgärten geworden. Vergärung ist eine sinnvolle Strategie zur Bekämpfung der Ausbreitung aller Pflanzenteile, wie eine kürzlich erschienene Studie aus der Schweiz belegt. Gerade der Japanknöterich entwickelt sich mehr und mehr zu einer lästigen invasiven Pflanze und stellt das Fachpersonal zur Pflege von Begleitflächen etc. vor enorme Herausforderungen. Laut einer Studie des Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL eignet sich sowohl Vergärung als auch Kompostierung dazu, die Ausbreitungswege dieser Pflanzen zu unterbrechen. Mandeln von Erdmandelgras und Rhizome von Japanknöterich werden insbesondere in der Vergärung nach spätestens drei Wochen restlos abgetötet. Voraussetzung für eine effektive Vermeidung einer weiteren Ausbreitung ist die fachgerechte Trennung von frischem Grüngut und Fertigprodukten.

 

In dieser Studie wurde das Risiko, dass sich das Erdmandelgras und Japanknöterich mittels ausgebrachtem Kompost oder Gärgut ausbreiten und weitere Parzellen befallen können, evaluiert. Dazu wurden verschiedene Kompostierungs- und Vergärungsversuche unter Praxis und Laborbedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen können wie folgt zusammengefasst werden:

Sowohl die Rhizome des Japanknöterichs als auch die Mandeln des Erdmandelgrases werden durch fachgerechte Kompostierung bzw. Vergärung inaktiviert. Bei der Kompostierung können am äussersten Rand des Fusses der Kompostmiete Rhizome des Japanknöterichs bzw. Mandeln des Erdmandelgrases überleben. Die regelmässige Umsetzung der Miete stellt jedoch sicher, dass sämtliches organisches Materials einmal im inneren der Miete zu liegen kommt. So wird eine vollständige Abtötung der Rhizomstücke und Mandeln gesichert. Da es bei der Feldrandkompostierung keine feste Abtrennung zwischen der Miete und dem Feldboden gibt, kann eine Bodenkontamination mit Erdmandel oder Japanknöterich am Fuss der Miete nicht vollständig ausgeschlossen werden. Deshalb sollten bei der Feldrandkompostierung zwei Vorsichtmassnahmen getroffen werden:

  • Material, welches bekanntermassen mit Erdmandel oder Japanknöterich verseucht ist, sollte nicht am Feldrand kompostiert werden.
  • Die Standorte der Feldrandmieten sollten regelmässig kontrolliert werden, um das eventuelle Wachstum von Erdmandel oder Japanknöterich sofort zu erkennen und diese zu eliminieren.

Bei der thermophilen Vergärung wurden alle Rhizomstücke und Mandeln innerhalb einer Woche inaktiviert.

  • Bei der mesophilen Vergärung waren ebenfalls alle Rhizomstücke nach einer Woche abgetötet; einige Mandeln konnten eine Woche Verweilzeit überleben, nach einer Prozessdauer von drei Wochen waren jedoch keine mehr keimfähig.
  • In den Anlagen ist auf die Ordnung und die Organisation zu achten, damit kein Kurzschluss zwischen frischem Grüngut und Fertigprodukten entstehen kann (auch beim Materialtransport).
  • Bei fachgerechter Kompostierung und Vergärung findet keine Verbreitung von Erdmandelgras oder Japanknöterich durch Kompost oder Gärgut statt. Die vollständige Studie finden Sie hier.

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