Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 03. April 2018 * Landwirtschaftliche Flächen nutzen zunehmend die Gärrückstände aus Biogasanlagen als Dünger und Humusbildner. Bisher liegen dazu leider nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse und Daten aus Anbau- und Düngeversuchen vor. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gewährte dem Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP) daher eine Förderung für Untersuchungen zur Entwicklung der Bodenfruchtbarkeit beim Einsatz von Gärprodukten aus Biogasanlagen. Die jetzt vorgestellten Ergebnisse bieten Landwirten wertvolle Informationen für die Düngung mit Gärrückständen.

 

Grundlage einer nachhaltigen Landwirtschaft und einer ertragreichen Rohstoff-, Futter- und Nahrungsproduktion ist die Erhaltung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Welche Nährstoffe und Nährstoffmengen in Gärrückständen enthalten sind und welche Wirkungen sie nach der Ausbringung im Boden entfalten, ist vor allem für Landwirte wichtig. Dazu haben die Wissenschaftler des IASP und der HU Berlin Gärrückstände verschiedener Biogasanlagen analysiert und ihre Auswirkungen auf unterschiedliche Bodenparameter und auf das Pflanzenwachstum in einem mehrjährigen Feldversuch untersucht. Der Humusgehalt, die organische Substanz im Boden, ist für die Bodenfruchtbarkeit von sehr wesentlicher Bedeutung. Die Ausbringung von Gärrückständen ist gut geeignet, um zu einer langfristig positiven Entwicklung des Humusgehaltes beizutragen und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, so der derzeitige Stand der Forschung. Ein weiterer Vorteil ist, das in Gärrückständen leicht pflanzenverfügbarer Stickstoff sowie Phosphor und Kalium enthalten ist.

Zur Untersuchung der Entwicklung der Bodenfruchtbarkeit nach Gärrückstandsdüngung diente ein Parzellenfeldversuch auf einem sandigen Standort (Berge, Brandenburg), bei dem verschiedene Gärrückstände bei gleicher Corg Aufgabemenge mit herkömmlichen organischen Düngern verglichen wurden. Im Laufe der Versuchsjahre differenzierten sich die Humusgehalte zunehmend zwischen den Düngevarianten, wobei sich bisher für alle organischen Dünger eine etwa ähnliche positive Wirkung auf den Corg Gehalt des Bodens zeigte.  Auch die Aggregatstabilität des Bodens wurde durch Gärrückstände positiv beeinflusst.

Die Auswertung und Ergebnisse dieser Forschung können dazu beitragen, die Akzeptanz und die Absatzwege von Gärrückständen zu stärken. Die Humuswirkung verschiedener Gärrestqualitäten ist vor allem für die nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Böden wichtig. Landwirten und Beratern können mit den Forschungsergebnissen Hinweise gegeben werden, wie sie den verschärften Anforderungen des Boden-, Klima- und Gewässerschutzes besser gerecht werden können.

Weiterführende Informationen zum Forschungsprojekt „Entwicklung der Bodenfruchtbarkeit beim Einsatz von Gärprodukten aus Biogasanlagen“ und Kontakt zum Projektleiter finden Sie auf www.fnr.de (Förderkennzeichen: 22012813)


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