Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 11. Januar 2018 * In einem auf drei Jahre angelegten Forschungsvorhaben wollen Wissenschaftler der Universität Hohenheim die Effizienz von Biogasanlagen erhöhen. Es werden Betriebsweise, Ausbeute und Verluste bestehender Biogasanlagen analysiert, Best-Practice-Beispiele identifiziert sowie Standards zur Anlagenbeschreibung und Verbesserungsvorschläge für Politik und Praxis erarbeitet. In Zusammenarbeit mit drei weiteren Projektpartnern untersuchen sie bundesweit eine Stichprobe von 60 Biogasanlagen in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Ökologie des Betriebs.

Im Jahr 2014 haben die gut 8.000 Biogasanlagen in Deutschland rund 29.000 Gigawattstunden Strom erzeugt. Das entspricht in etwa 5 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Derzeit werden jedoch nur noch sehr wenige Anlagen gebaut, daher konzentrieren sich die Forscher in ihrem Projekt auf die Optimierung von Bestandsanlagen. „Das Potenzial bestehender Anlagen ist noch längst nicht ausgereizt“, erläutert Hans Oechsner von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie der Universität Hohenheim. „Unser Projekt soll vorbildliche Betriebsweisen identifizieren, über die sich die Effizienz erhöhen lässt, damit sich ihr Betrieb weiterhin lohnt.“

Der Aufbau von Biogasanlagen ist häufig sehr unterschiedlich, da verschiedenste Substrate in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen und daher mit an die jeweilige Situation angepasster Verfahrenstechnik eingesetzt werden. Es wird untersucht welche Technik genutzt wird und wie effizient diese arbeitet. Durch einige Stellschrauben ließe sich ihr Betrieb verändern und optimieren.

Die Wissenschaftler ermitteln für jede Anlage die Substratzusammensetzung, die produzierte Gas- und Strommenge und an welchen Aggregaten Gasverluste auftreten. „Darüber hinaus berechnen wir mit Modellrechnungen, wie weit die produzierte Gas- und Strommenge und die aus dem Input-Substrat theoretisch zu produzierenden Mengen auseinanderliegen“, erklärt Benedikt Hülsemann. So kann ermittelt werden wie wirtschaftlich und ökologisch effizient die Anlagen arbeiten. Im Anschluss daran werden die Daten verglichen und so besonders wirtschaftliche Anlagen herausgestellt.

Die Forschungsergebnisse sollen direkt in die Praxis fließen. Im Rahmen des Projekts werden einheitliche Standards für die Bewertung des Zustands von Biogasanlagen erfasst. Zwischenergebnisse und Verbesserungsmöglichkeiten werden bei mehreren Tagungen vorgestellt, damit Betreiber sie unmittelbar in die Praxis umsetzen können. Zudem sollen eine Broschüre und eine Internetplattform die Ergebnisse zugänglich machen. Auch für die Politik entwickeln die Forscher konkrete Vorschläge. „Wir möchten neue Standards formulieren, damit sich die Branche insgesamt weiterentwickeln kann“, so Oechsner.

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt finden sie direkt bei der Universität Hohenheim unter: https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=38587&cHash=12e35282ab812d163fd6f7e9275196bb


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