Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 09. September 2016 * In Deutschland besteht ein Potenzial von bis zu 13 Mio. t Stroh zur energetischen Nutzung. Nach einer speziellen Behandlung können mit Getreidestroh vergleichbare Gaserträge wie mit Mais erreicht werden, zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW). Sebastian Antoncyk von der HAW erklärte auf der Tagung „Biogas aus Stroh“ in Heiden, dass Laborversuche gezeigt haben, dass bei mesophiler Vergärung bei 41 °C ein höherer Abbau und deutlich mehr Biogas als bei einer thermophilen Vergärung (58 °C) erreicht wurde. Nach Abzug des unvergärbaren Lignins erzielte Stroh in Laborversuchen 354 m3 Methan pro kg organische Trockensubstanz (oTS) und damit nur etwas weniger als Mais (360 m3 /kg oTS).

 Eine Einschränkung ist an dieser Stelle jedoch zu machen, bei den Versuchen wurde Strohpulver verwendet. In der Praxis ist eine solche Aufbereitung jedoch zu teuer. Daher liegt es nun daran eine preiswerte, energieeffiziente und robuste Methode ohne Zusatz von Chemikalien zu finden, um Stroh für die Biogasvergärung zu zerkleinern.

Wenn hier eine Lösung gefunden werden könnte stellt die Vergärung von Stroh sicherlich eine interessante Alternative zu Mais und Rüben dar. Zum einen würden keine zusätzlichen Flächen für den Energiepflanzenanbau benötigt, zum anderen würden die Mineralien im Kreislauf wieder auf die Felder gelangen. Das Potenzial an Stroh in Deutschland liegt zwischen 8 und 13 Mio. t. Für dieses nachhaltig nutzbare Strohpotenzial wurden Stroh für Stalleinstreu und Humusbildung berücksichtigt. Laut HAW würden 17 Mio. t Stroh ausreichen, um den gesamten Biogasmais (800.000 ha Fläche) in Deutschland zu ersetzen. Stroh ist auch wegen des geringen Wassergehalts und des geringeren Rohstoffpreises finanziell attraktiv gegenüber Energiemais.

Weitere Informationen unter: http://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-Stroh-als-Alternative-zu-Energiemais-4480009.html