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Keine Verbreitung von Krankheitserregern in Biogasanlagen

Straubing, 24. August 2016 * In Biogasanlagen findet keine Vermehrung von human- und tierpathogenen Keimen statt. Tatsächlich kommt es zu einer Verringerung und Hemmung von Schaderregern, während des Fermentationsprozesses. Diese Erkenntnisse sind zentraler Bestandteil des Abschlussberichts zu einem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), geförderten Forschungsprojekt.

Ganz grundsätzlich können tierische und pflanzliche Krankheitserreger und auch Unkrautsamen durch die Einsatzstoffe in die Anlage gelange. Anschließend können diese durch Stoffströme, technische Einrichtungen und Handling innerhalb der Biogasanlage verteilt werden. Insbesondere Faktoren wie Substratart, Erregerkonzentration und Lagerungsbedingungen haben Einfluss auf die Keimbelastung. In den vergangenen Jahren waren immer wieder Presseberichte zu lesen, in denen vermutet wurde, dass sich Botulismus-Sporen (Clostridium botulinum) oder EHEC-Bakterien in Biogasanlagen vermehren könnten. In der Zwischenzeit konnten jedoch verschiedene Forschungseinrichtungen nachweisen, dass es sich genau gegenteilig verhält, der Biogasprozess verringert die Risiken.

In einem 27 Monate langen Forschungsprojekt beschäftigten sich Wissenschaftler des Deutschen Biomasseforschungszentrum gGmbH (DBFZ) und der Universität Hohenheim mit der Frage, wie es sich mit Gefährdungspotenzialen und Infektionsrisiken anderer signifikanter Schaderreger verhält.

Abschließend erklärten die Forscher, dass sich die untersuchten human- und tierpathogenen Erreger unter keiner der verfahrenstechnischen Voraussetzungen in Biogasanlagen vermehren. Im Verlauf des Biogasprozesses werden Schaderreger sogar reduziert (mesophil) bzw. inaktiviert (thermophil). Man erhält also am Ende „hygienisch unbedenkliche Gärrückstände“, natürlich nur unter der Prämisse, dass alle gesetzlichen Vorgaben (BioAbfV, 2013) eingehalten werden.

Weitere Informationen zum Projekt „Bewertung des Einflusses des Biogasprozesses auf die Inaktivierung von Erregern von Bestandserkrankungen - BIOGAS-SANITATION“ finden Sie in der Datenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 22016512 und 22003313.