Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 17. August 2016 * Die Silphie wird bereits seit längerem als Alternative zum Mais gehandelt und auch ihre zahlreichen Vorteile wie, fehlende Bodenbearbeitung, wenig Pflanzenschutzmitteleinsatz, ihre Funktion als Bienenweide und als Rückzugsort für Wildtiere und dass bei vergleichbaren Biomasseerträgen wie bei Mais, sind bekannt. Dennoch stellten die hohen Pflanzgutkosten, eine aufwändige Pflanzung sowie der Ertragsausfall im ersten Anbaujahr scheinbar unüberwindbare Hürden dar.

Auf dem Silphieblütenfest im baden-württembergischen Hahnennest bei Ostrach stellten die Betreiber des Energiepark Hahnennest vergangenen Sonntag ihre Erfolge im Bezug auf den Anbau der Energiepflanze vor. Im Energiepark Hahnennest haben sich vier landwirtschaftliche Familienbetriebe zusammengeschlossen und bauen seit vier Jahren die Durchwachsende Silphie auf derzeit 180 ha an. Zusätzlich sind in Baden-Württemberg in diesem Jahr 300 ha hinzugekommen.

Den Landwirten ist es gelungen zwei der Hauptprobleme des Silphieanbaus zu lösen. Die Etablierung erfolgt nichtmehr durch Pflanzung, sondern wir deutlich preisgünstiger ausgesät. Das dazu benötigte Saatgut wird im Hahnennest vermehrt und bundesweit verkauft. Interessierte Biogasanlagenbetreiber haben außerdem die Möglichkeit sich hierzu beraten zu lassen. Auch der Ernteausfall im Anbaujahr kann durch einen kombinierten Anbau mit Mais reduziert werden. Die Energiepflanze bildet im ersten Jahr lediglich eine bodenständige Rosette, die nicht geerntet wird. Durch eine Untersaat im Mais kann ca. drei Viertel der üblichen Menge Mais abgefahren werden. Im Folgejahr kann dann die Durchwachsende Silphie ohne Ertragseinbußen geerntet werden.

„Was die Oberschwaben in Hahnennest erreicht haben ist ein Quantensprung für die Biogasbranche“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. Die Silphie stellt eine optimale Ergänzung zum Maisanbau dar und bietet zusätzlich positive Umweltwirkungen.

Aufgrund der Züchtungserfolge ist in den nächsten Jahren mit einer deutlichen Steigerung der Anbaufläche zu rechnen. Die Nachfrage nach der „Donau-Silphie“, wie die im Hahnennest gezüchtete Pflanze mittlerweile genannt wird, ist hoch. Daher finden in den verschiedenen Bundesländern in den nächsten Wochen noch zahlreiche Feldbegehungen statt, wo sich Interessierte über die neuartige Anbaumethode informieren können.

Weitere Informationen unter: http://www.biogas.org/edcom/webfvb.nsf/id/DE-PM-11-16