Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) aktualisiert ihre Bioenergie-Potenzialabschätzung

Straubing, 09. Mai 2016 (*cli*) Der Potenzialabschätzung zufolge können wir 2050 über ein Viertel unseres Primärenergiebedarfs aus einheimischer Biomasse decken. Derzeit wird nur etwa die Hälfte des Potenzials genutzt. Auch zukünftig wir der Großteil mit Energiepflanzen und Reststoffen wie Stroh, Gülle und Mist aus der Landwirtschaft kommen. Dieser Bereich ist derzeit erst zu einem Drittel ausgeschöpft. Bereits zu zwei Dritteln nutzen wir Energieholz, u. a. Wald- und Industrierestholz sowie Altholz. Im Vergleich dazu ist das Energiepotenzial organischer Rest- und Abfallstoffe, z. B. aus der Grünflächenpflege, aus der Biotonne oder aus Gewerbe und Industrie, gering und heute schon so gut wie ausgeschöpft.

 

Im Jahr 2015 lieferte Bioenergie 8 Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs (PEV). Dieser lag insgesamt bei 13.306 PJ. Nach Expertenmeinungen würd er bis 2050 jedoch auf knapp 6.900 PJ sinken. Werden bis dahin alle vorhandenen Biomassepotenziale energetisch, bzw. über die Kaskadennutzung erst stofflich und anschließend energetisch genutzt, könnte über ein Viertel des PEVs damit gedeckt werden. Als Voraussetzungen dafür nennt die FNR einen gesellschaftlichen Konsens und entsprechende Rahmenbedingungen. Insbesondere Landwirte können ihren Teil zum Fortschritt der Energiewende leisten und mit Bioenergie eine steuer- und regelbare Ergänzung zur Sonnen- und Windenergie liefern.

In der Landwirtschaft können Energiepflanzen wie Mais, Raps, Rüben, Getreide, Gräser oder Dauerkulturen wie die Durchwachsene Silphie, Wildpflanzenmischungen oder Agrargehölze mit schnellwachsenden Baumarten einen großen Beitrag leisten. Energiepflanzenanbau in Deutschland 2050 ist nach Auffassung verschiedener Experten unter Berücksichtigung  naturschutzfachlicher Restriktionen auf bis zu 4 Millionen Hektar mit einem Beitrag von bis zu 740 PJ möglich. Im Vergleich dazu, 2015 konnten auf 2,2 Mio. ha etwa 247 PJ erzeugt werden. Diese Steigerung wird durch den demografische Wandel, agrarpolitische Änderungen und Ertragssteigerungen möglich.

Der zweitgrößte Teil bei der Energie aus der Landwirtschaft bildet das noch kaum energetisch genutzte Stroh. Auch unter Berücksichtigung der für die Humusreproduktion benötigten Menge sind jährlich 10. Mio. Tonnen verfügbar.

Mist und Gülle folgen an dritter Stelle, da diese erst zur Hälfte energetisch genutzt werden.

Andere landwirtschaftliche Reststoffe wie Ernterückstände machen nur einen sehr viel geringeren Anteil aus.

Auch im Bereich Energie aus Holz besteht noch Potenzial. Lediglich bei Waldholz, d.h. bei Holz aus Durchforstung, Kronenresten usw., bestehen noch größere ungenutzte Potenziale. Auch Landschaftspflegeholz kann noch kleinere Anteile erbringen. Weitgehend genutzt werden Industrierestholz, z. B. aus Sägewerken, und Altholz, z. B. aus Abrisshäusern.

Rest- und Abfallstoffe aus der Lebensmittel- und Futterproduktion, industriellen Prozessen, Haushalten oder aus der Pflege öffentlicher Grünflächen oder Sportplätzen bieten, nicht wie häufig angenommen, fast keine zusätzlichen Potenziale.

Weitere Informationen unter: http://www.fnr.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen/aktuelle-nachricht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2016&tx_ttnews%5Bmonth%5D=04&tx_ttnews%5Bday%5D=27&tx_ttnews%5Btt_news%5D=9023&cHash=70fe5aa557611bd88529423c9c255c2a