Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


P7150026Straubing, 11. Dezember 2015 * (cli) * Das aktuell laufende Forschungsvorhaben „Silphie – Anbauoptimierung, Sätechnik und Züchtung“ der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) erforscht seit Jahres die Durchwachsene Silphie als alternative Energiepflanze für Biogasanlagen. Nun werden für 2016 Betriebe gesucht, welche die Erkenntnisse in der Praxis überprüfen. Die Betriebe werden von der TLL intensiv beraten und betreut und profitieren vom Wissenszuwachs für ihren Silphieanbau. Ein Mehraufwand für Datenerfassung, Bonituren und Informationsaustausch werden finanziell erstattet. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert das Verbundvorhaben über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Abhängig von Standort und Rahmenbedingungen bringt die Silphie sehr unterschiedliche Erträge. Praxisbetreibe aus Niedersachsen berichten von 20 Prozent weniger als Mais, die TLL und Landwirte aus Süddeutschland dagegen von sehr positiven Ergebnissen. Auf einem typischen Ackerstandort am Rande des Thüringer Beckens bringt die Silphie im zehnjährigen Schnitt höhere Trockenmasseerträge als Mais. Das weitverzweigte Büschelwurzelsystem kann Wasser bis zu einer Tiefe von 2 m erschließen und Trockenperioden besser als Mais überstehen. Allerdings ist Geduld gefragt, denn die Durchwachsene Silphie etabliert sich erst ab dem 4. Standjahr. Auch der Boden beeinflusst den Ertrag, denn die Pflanze fühlt sich am wohlsten auf mineralstoffreichen Böden wie Verwitterungsböden auf Moränenschotter. Auch das Klima spielt eine entscheidende Rolle, denn eine ausreichende Temperatur im Frühjahr und eine geschützte Lage sind vorteilhaft. Andere Beispiele aus der Praxis zeigen wiederum, dass die Silphie sehr gut auf Mittelgebirgsstandorten auf über 700 m ü. NN mit Jahresdurchschnittstemperaturen unter 6°C auskommt.

Die durchwachsende Silphie hat auch ökologische Vorteile, denn bei erfolgreicher Bestandetablierung benötigt man ab dem 2. Jahr keine Herbizide mehr. Die langandauernde Bodenbedeckung ist positiv für das Bodenleben, den Erosionsschutz, den Humusaufbau und das Wasserrückhaltevermögen. Auch Stickstoff wird ganzjährig im Boden reduziert. Bienen und andere Insekten haben bis in den Frühherbst Nektar und Pollen.  Im Rahmen des Probeanbaus sollen diverse Aussaatversuche mit unterschiedlichen Sä-, Pflege- und Erntetechniken sowie weitere relevant Versuchsparameter durchgeführt werden. In Abstimmung mit dem Institut für Landtechnik der Universität Bonn wird zum Teil optimierte Einzelkornsätechnik zum Einsatz kommen. Auch Ökobetreibe können sich gerne am Versuchsanbau beteiligen. Die Silphie eignet sich nicht nur als Energiepflanze, sondern auch als Grundfutterkomponente in Milchviehrationen; dies erweitert ihr Einsatzspektrum.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.fnr.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen/aktuelle-nachricht/?tx_ttnews[year]=2015&tx_ttnews[month]=12&tx_ttnews[day]=03&tx_ttnews[tt_news]=8657&cHash=1076255b9599a283fd52986a3789f4af