Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 11. Dezember 2015 * (cli) * Landwirte der Biogasanlage Hahnennest in Oberschwaben entwickeln und vermarkten im Projekt „Donausilphie“ ein Anbaukonzept, welches der Dominanz von Mais entgegenwirken kann. Das Projekt wird vom Agrarbiologen Walter Frölich aus Sachsenheim/Württ begleitet. Die durchwachsene Silphie wird seit Jahren als Alternative zum Mais gehandelt. Aufgrund einer, für Wildpflanzen typischen, niedrigen Keimrate fand eine Etablierung der Silphie bisher nur in Form von Setzlingen statt. Dies hat hohe Kosten im ersten Anbaujahr zur Folge. Da zudem im Etablierungsjahr auf Erträge verzichtet werden muss, weil erst im zweiten Jahr geerntet werden kann, ist diese Kultur für Landwirte meist nur wenig interessant. Ist ein Bestand erst einmal etabliert, liefert Silphium perfoliatum jedoch über mindestens 20 Jahre hinweg ausgiebige Biomasseerträge.

 

Durch Erfolge bei der Saatgutbehandlung und der Entwicklung eines intelligenten Anbauverfahrens, kann von einem Durchbruch bei der Etablierung der Silphie gesprochen werden. Grundsätzlich kann die Keimhemmung von Wildpflanzen durch chemische oder mechanische Vorbehandlung vermindert werden. Wie genau dies hier umgesetzt wird, wird von den Beteiligten nicht preisgegeben. Die Keimfähigkeit konnte von 15 bis 20 % auf 90 % gesteigert werden. Weitere Optimierungen der Kultur sind aufgrund von Züchtung zu erwarten. Außerdem wurde im Rahmen dieses Projekts ein innovatives Anbaukonzept erstellt. Durch eine Kombination von Mais und Silphie im ersten Jahr kann das Problem des einjährigen Ertragsausfalls gelöst werden. Der Mais wird ausgedünnt gesät. Statt 90.000 Körnern pro Hektar werden 45.000 bis 50.000 Körner ausgesät. Danach erfolgt die Saat der durchwachsenen Silphie mit minimaler Bodenbearbeitung, bestenfalls mit einer pneumatischen Sämaschine. Der Mais hat bei diesem Anbauverfahren drei Viertel des üblichen Ertrags. Die Maisernte kann mit gängiger Technik erfolgen, da die Rosetten der Silphie bis dahin erst eine Höhe von 15 bis 20 cm erreicht haben und somit stehen bleiben. Im zweiten Jahr steht die Silphie schließlich alleine auf dem Feld und kann dann nach Ende der Hauptblüte (Ende August bis Anfang September) als GPS geerntet und anschließend siliert werden. Der Herbizideinsatz beschränkt sich bei diesem Anbauverfahren auf eine einmalige Anwendung im ersten Jahr. Außerdem kann auf den Einsatz mineralischer Dünger verzichtet werden, da hier die Ausbringung von Gärdüngern ausreichend ist.

Die Firma Metzler & Brodmann KG bietet das Konzept eines Vertragsanbaus an. So kann die Hürde der hohen Anfangsinvestition genommen werden. Das Unternehmen übernimmt Aussaat, Auflauf und Etablierung des Bestandes auf der Fläche des Landwirts. Aufgabe des Landwirts sind lediglich die jährliche Düngung und die Herbizidbehandlung im ersten Anbaujahr. Lizenzgebühren sind erst ab der ersten Ernte an Metzler & Brodmann abzuführen. Die durchwachsene Silphie bietet im Gegensatz zu Mais erhebliche ökologische Fortschritte. Zu nennen sind hier der geringe Herbizideinsatz, die Funktion als Bienenweide, die ganzjährige Bodenbedeckung, der Windschutz für angrenzende Flächen und die Funktion als Rückzugsort für Wild. Auch aus ökonomischer Sicht kann sich die Silphie durchaus mit dem Mais messen und ist daher eine echte Alternative.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.biogas.org/edcom/webfvb.nsf/res/Biogas_6_2015_42-45_Silphie.pdf/$file/Biogas_6_2015_42-45_Silphie.pdf


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