Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 30. November 2015 * (cli) * Die Wurzeln der landwirtschaftlichen Biogasproduktion liegen im Ökolandbau. Aber auch aktuell können „Bio-Biogasanlagen“ den gesamten Betrieb positiv beeinflussen. In einem durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten und über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) durchgeführten Forschungsprojekt wurden 12 Modellanlagen und Höfe betrachtet. Über einen Zeitraum von zwei Jahren analysierten Wissenschaftler der Ecofys Germany GmbH, der FiBL Projekte GmbH und der Universität Kassel den Status Quo und die Potenziale von Biogasanlagen im ökologischen Landbau. Untersucht wurden sowohl ökologische als auch ökonomische Effekte einer „Bio-Biogasanlage“ auf den Gesamtbetrieb. Außerdem erfolgte eine umfassende Befragung aller Akteure.

Es konnte festgehalten werden, dass Biogasanlagen in Ökobetrieben weitaus höhere Kapital-, Rohstoff- und Betriebskosten aufweisen. Grund hierfür ist die Zusammensetzung des eingesetzten Substrats. Es werden häufig Kleegras, extensives Grünland oder Stallmist gefüttert. Dies erfordert aufgrund hoher Faseranteile und Proteingehalte eine robustere Anlagentechnik, sowie einen höheren Wartungsaufwand. Eine Biogasanlage hat deutlich positive Effekte auf den Gesamtbetrieb, dazu gehört ein verbessertes Nährstoffmanagement durch die Düngung mit Gärresten und die damit verbundene Steigerung der Erträge in der Marktfruchtproduktion. Auch die Verwendung von ungenutzter pflanzlicher Biomasse wie Kleegras, Zwischenfrüchten oder anfallenden Rest- und Abfallstoffen sowie der Beitrag zur Eigenversorgung mit Energie wirken sich hier positiv aus. Das bedeutet, auch ein negatives Einzelergebnis kann eine „Bio-Biogasanlage“ im Gesamtkontext betrachtet sinnvoll machen. Problematisch kann jedoch sein, dass ein Betrieb nicht ausreichend Substrat zur Verfügung hat. Aus diesem Grund und wegen des hohen Investitionsbedarfs bieten sich Gemeinschaftsanlagen an.

Durch den Einsatz von Substraten wie Wirtschaftsdüngern und Reststoffen, sowie dem verringerten Verbrauch an Energiepflanzen, kann die Klimabilanz gegenüber konventionellen Anlagen positiv bewertet werden. Geringere Nitratauswaschungen und Vorteile bezüglich Nährstoffhaushalt, Humusbilanz und Biodiversität sind zudem anzumerken.

Dennoch befinden sich nur etwa 2,5 % aller Biogasanlagen in Deutschland auf Ökobetrieben. Als Grund hierfür werden in den Befragungen fehlende Akzeptanz im Bereich des ökologischen Landbaus, die strukturellen Unterschiede gegenüber konventionellen Betrieben, sowie erschwerende rechtliche Rahmenbedingungen genannt. Besonders eine unzureichende Wirtschaftlichkeit der Anlage selbst wird als Hinderniss für eine stärkere Verbreitung gesehen. Chancen werden derzeit nur den im EEG 2014 bessergestellten Güllekleinanlagen eingeräumt.

Weitere Informationen unter: https://www.energetische-biomassenutzung.de/de/presse/pressemitteilungen/details/article/biostrom-potenzial-zum-lastmanagement.html


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