Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 12. Oktober 2015 * (cli) * Im Rahmen einer Meta-Studie hat das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) Daten zu biogenen Rest- und Abfallstoffen gesammelt, vereinheitlicht und vergleichbar gemacht. Das technische Gesamt-Potenzial liegt bei 98,4 Mio. Tonnen Trockensubstanz pro Jahr, so das Ergebnis. 31 % davon sind derzeit noch ungenutzt und hier vor allem Waldrestholz, Stroh sowie Gülle und Mist. Dies ist ein Energiegehalt von 448 PJ. Diese Studie wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Diese Studie ist die derzeit vollständigste Übersicht zum Thema und sie führt alle aktuellen Daten zu biogenen Rest- und Abfallstoffen dar. Es wurden 93 Einzelbiomassen betrachtet und 77 Biomassen davon flossen in die Gesamt-Auswertung ein. Derzeit ungenutzte Biomassepotenziale sind zu 95 Prozent aus Waldrestholz, Getreidestroh und tierischen Exkrementen. Sägereste, Altholz, Schwarzlauge, Landschaftspflegeholz, Siedlungsabfälle oder Reststoffe aus der Lebens- und Futtermittelherstellung befinden sich schon in der Nutzung. Vor dem Hintergrund der Ziele der Bundesregierung zeigen sich die Rest- und Abfallstoffe interessant, denn in den Zukunftsszenarien für die Energiewende geht die Regierung davon aus, dass Biomasse 2050 1.915 PJ zum gesamten Primärenergieverbrauch beitragen könnte. Und die Bioenergienutzung soll stärker auf Rest- und Abfallstoffe konzentriert werden. Prof. Dr. Michael Nelles, wissenschaftlicher Geschäftsführer des DBFZ und Inhaber des Lehrstuhls für Abfall- und Stromwirtschaft an der Universität Rostock, zeigt sich zuversichtlich: „Die energetische und integrierte stoffliche Verwertung bisher nicht genutzter biogener Anfälle und Reststoffe ist ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des DBFZ. In diesem Bereich liegt Deutschland weltweit im Spitzenfeld und über die laufenden nationalen und internationalen Projekte können wir als DBFZ einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten.“ Geschäftsführer der FNR, Dr.-Ing. Andreas Schütte ergänzt: „Insbesondere für die erheblichen Strohpotenziale gilt es zusätzliche Verwertungsstrategien zu erarbeiten. Dieser Rohstoff ist nicht nur preiswert in vielen Regionen verfügbar, sondern kann gerade für die Landwirtschaft interessante neue Geschäftsmodelle generieren, wie mit der Strohheizanlage am Standort Gülzow demonstriert werden kann.“

Weitere Informationen finden Sie unter: https://mediathek.fnr.de/band-36-biomassepotenziale-von-rest-und-abfallstoffen.html


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