Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 31. August 2015 * (cli) * Ungenutztes Landschaftspflegegras ist eine ökologische Alternative zu Silomais für die Erzeugung von Biogas. Dafür müssen aber ökonomische Nachteile ausgeglichen werden. Zu diesem Fazit kommt die Studie „Biogas aus Landschaftspflegegras – Möglichkeiten und Grenzen“ des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Hohenheim. Beauftragt vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) hat das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT, gemeinsam mit der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie der Universität Hohenheim, an verschiedenen Standorten von Biogasanlagen in Baden-Württemberg, untersucht, ob Landschaftspflegegras zur Biogasproduktion geeignet ist und welche Mehrkosten dadurch entstehen.

Wettbewerbsnachteile der Biogasproduktion aus Landschaftspflegegras kommen unter anderem von den geringen Hektarerträgen, weil für Ernte und Transport ein hoher Arbeitsaufwand nötig ist. Außerdem sind die Biogaserträge pro Tonne organische Trockensubstanz geringer. Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit müssten die Biogasanlagen eine Flächenprämie von rund 200€ pro Hektar erhalten, um 20% des bisher eingesetzten Substrats durch Landschaftspflegematerial zu ersetzen. Ludwig Leible vom ITAS ergänzt jedoch: „ Dennoch plädieren wie für die Verwendung von Landschaftspflegematerial in Biogasanlagen, auch wenn dies zusätzlichen Förderungsbedarf nötig macht. Der damit geleistete Beitrag beispielsweise zum Erhalt von Streuobstwiesen oder generell zur Verbesserung des Landschaftspflegebildes sollte uns dies wert sein.“ Momentan sind die Kosten für die Bereitstellung von Landschaftspflegegras deutlich über den für Mais-, Ganzpflanzen- oder Grassilage. Dies ist auch wegen der schlechten Auslastung der hierbei eingesetzten Technologien. Analysen zeigen, dass eine Bereitstellung von Grassilagen über Wickelballen (mit Blick auf die Bereitstellungskosten) eine interessante Alternative wäre. Untersuchungen zur mechanischen Aufarbeitung des lignozellulosereichen Landschaftspflegematerials mit einem Querstromzerspaner machten deutlich, dass weitergehender Forschungsbedarf besteht, um eine konkurrenzfähige Biogasausbeute zu erhalten. Durch die Optimierung könnte auch andere Biogas-Substrate Nutzen ziehen. Damit Landschaftspflegegras-Silage eine tragfähige ökonomische Perspektive bekommt sind zusätzliche Fördermaßnahmen nötig. Mit den aktuell gültigen Regelungen des EEG ist eine spezielle Förderung nicht mehr möglich. Deshalb müssen alternative Förderungen angeboten werden, um diesen bestehenden Wettbewerbsnachteile bei der Nutzung von Landschaftspflegematerial in Biogasanlagen auszugleichen. Um dann auch die Wettbewerbsfähigkeit der Verwendung von lignozellulosereichem Landschaftspflegematerial steigern zu können, ist auch eine Erhöhung des Abbaugrades der organischen Trockensubstanz und dadurch die Methanausbeute eines der wichtigsten Optimierungsziele. Neben einem kostengünstigen Aufschlussverfahren ist auch die Realisierung zweiphasiger Verfahrenskonzepte, um Raum-Zeit-Ausbeuten des Methanertrags und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Biogasgewinnung zu verbessern. Diese Maßnahmen können die politisch gewünschte Verbreiterung der Palette an möglichen Biogas-Substraten deutlich voranbringen. Neben der Verwendung müssen dann auch alternative Nutzungsverfahren wie Nutzung, Einstreu oder thermische Nutzung überarbeitet werden.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.itas.kit.edu/pub/v/2015/leua15a.pdf.


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