Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 21. Oktober 2014 * (cli) * Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. ein Projekt, inwieweit sich Wasserpflanzen aus Binnen-Gewässern als Rohstoff für Biogasanlagen eignen. Dies wird erforscht in Zusammenarbeit des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der Hochschule für Wirtschaft- und Umwelt Nürtlingen-Geislingen und dem Deutschen Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ).

Schnellwachsende Wasserpflanzen sind ein Problem und müssen regelmäßig entfernt werden, denn sonst kann der Tourismus und Schiffsverkehr erheblich eingeschränkt werden. Vor allem manche nicht-heimischen Arten können von unserem Ökosystem nicht wirkungsvoll reguliert werden. Die aus Süd- und Nordamerika stammende Gattung Elodea hat sich in den letzten Jahren in Deutschland rasant vermehrt. Die Entkrautung kostet den Kommunen und anderen Trägern viel Geld, die Biomasse wird deponiert. Bislang wurde versucht die Ausbreitung einzudämmen. Nun soll das Potenzial der Biomasse mit interessanten Inhaltsstoffen untersucht werden. Vorteile dieser Pflanzen als Rohstoffquelle sind:

-  Wasserpflanzen binden während des Wachstums Phosphate. Mit der Entnahme kann so die Phosphatbelastung in Gewässern reduziert werden

-  Allein bei der Biomasse-Entsorgung durch die Gewässer-Entkrautung fallen rund 20 Mio. Euro an. Diese können durch eine Verwertung reduziert werden.

-  Wasserpflanzen sind Landschaftspflegematerial und konkurrieren nicht mit der Nahrungsmittelerzeugung

- In Biogasanlagen bringen Wasserpflanzen große Mengen an Phosphor und Spurenelementen ein. Phosphor verbessert den Düngewert der Gärreste und die Spurenelemente verringern den Bedarf an entsprechenden Präparaten.

Das jetzt begonnene Vorhaben untersucht unter anderem die Schmalblättrige Wasserpest als Rohstoff  für die Biogasgewinnung. Bei ersten Gärversuchen wurden Biogaserträge zwischen 415 und 520 Norm-Liter pro kg organische Trockensubstanz bei einem OTS-Gehalt von 6 bis 10 Prozent in der Frischmasse und einem Methangehalt von durchschnittlich 60,5% erreicht. Eine Herausforderung des Projekts ist es, eine Lösung für den geringen Trockenmassegehalt zu finden. Das Team will hier eine Mischsilage aus Elodea und Stroh herstellen. Auf der Agenda stehen zudem die Entwicklung eines optimalen Silierverfahrens und Potenzialanalysen zum bundesweiten Wasserpflanzenaufkommen. Mit den Ergebnissen wollen die Forscher die Wasserpflanzennutzung als Biogasrohstoff aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht bewerten. Im Mittelpunkt dabei steht die energetische Nutzung, aber auch eine stoffliche Nutzung für Naturkosmetika, Dünger oder als Eindämmung ist denkbar.

Weitere Infos unter: http://www.fnr.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen/aktuelle-nachricht/archive/2014/october/article/wasserpflanzen-rohstoff-fuer-biogasanlagen/?tx_ttnews%5Bday%5D=09&cHash=e6bed878d93e4afc6730d9d681b57e00 und http://www.fnr.de/index.php?id=911&alles=1&status=Inhalt&fkz=22403013&suche=Stichwort%20eingeben!&suchefkz=22403013&sucheadresse=Namen%20eingeben!&von=01.04.1992&bis=09.10.2014&zeitraum=formular&minz=0&maxz=1&anzahl=10&zurueck=1


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